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Kirche

Was hinter den Klostermauern steckt

15.11.2009 | 15:45 Uhr

Kleve. Beim Tag der offenen Kirche konnten die Klever am Sonntag das ehemalige Kapuzinerkloster am Rindernschen Deich entdecken. Ein Basar lud zum Stöbern ein.

31 Jahre sind vergangen, seit die letzten Mönche das Kapuzinerkloster am Rindernschen Deich verlassen haben. Voller Leben ist das kirchliche Gemäuer aber noch immer, dafür sorgen die Gemeindemitglieder der Herz-Jesu-Kirche, die seit 2005 zur Kirchengemeinde St. Mariä Himmelfahrt gehört. Gestern luden sie, wie einmal im Jahr üblich, zum Tag der offenen Kirche mit Basar.

Warmes für die Winterzeit

Für den guten Zweck hatten die Gemeindefrauen gebastelt, gekocht, gestrickt und gebacken. Die Besucher konnten sich also bestens für die anstehende Weihnachts- und Winterzeit ausstatten: mit warmen Socken, Körnerkissen, Schmuck, Gestecken, dekorativen Kerzen, Likör, Marmelade und mehr. Auch die Messdiener leisteten ihren Beitrag, sie putzten im Hof Fahrräder. Wer sich eher für die Geschichte des Klosters interessierte, der war bei Gisbert Meurs an der richtigen Adresse. Das Vorstandsmitglied führte über das Gelände und wusste Interessantes zu erzählen. Zum Beispiel, dass das Kloster eigentlich noch recht jung ist, wurde es doch erst 1872 erbaut. Als einzige Kirche in Kleve überstand es den zweiten Weltkrieg unbeschadet und blieb von Bombenangriffen verschont.

Die Bettelglocke für den Notfall

Bis 1978 bot das Spyckklösterchen den Mönchen den Franziskanerordens ein Zuhause. Sie lebten nach dem Motto „Jedem ein Bruder sein”, gaben viel und behielten selbst nur wenig. Nur wenn es gar nicht anders ging, nutzten sie das Bettelglöckchen, um Hilfe von der Bevölkerung zu bekommen. Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster außerdem Ordenshochschule. Hier studierte unter anderem Pater Anicet Koplinski, der in Auschwitz starb und von Papst Johannes Paul II selig gesprochen wurde.

Gisbert Meurs ist inzwischen seit 15 Jahren im Kirchenvorstand. Und noch immer mit Freude dabei: „Mir ist das Kloster inzwischen richtig ans Herz gewachsen.”

Maren Reimer

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