Wachstum bleibt Pflicht

Han Groot-Obbink, Geschäftsführer des Wunderlandes, möchte das Betriebsgeländer erweitern.
Han Groot-Obbink, Geschäftsführer des Wunderlandes, möchte das Betriebsgeländer erweitern.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Han Groot-Obbink wünscht sich die Erweiterung des Wunderlandes.

Kalkar-Wissel..  Han Groot-Obbink möchte ungern große Versprechungen machen. „In erster Linie geht es uns jetzt um den Parkplatz. Und der ist sehr wichtig für uns“, sagt der Geschäftsführer des Kalkarer Wunderlandes. Groot-Obbink mag nicht gerne Luftschlösser bauen, dabei geht es für den größten Hotelbetrieb am Niederrhein zurzeit um eine wichtige Zukunftsentscheidung: Im jüngsten Bauausschuss beschäftigten sich die Politiker in Kalkar mit der Erweiterung des Freizeitgeländes um 13,8 Hektar. In den Antragsunterlagen ist die Rede von Parkplätzen und einem großen Sportpark – mit Sportfeldern und Sporthallen. Doch im Gespräch mit der NRZ macht Groot-Obbink klar, dass ein Sportpark eher eine Option für die kommenden zehn Jahre ist.

Die Parkflächen brauche man allerdings jetzt schon. Es gebe viele Tage, an denen die vorhandenen Stellflächen am Wunderland nicht ausreichen. Mit der Erweiterung des Geländes sollen weitere 750 Parkplätze entstehen, die über die bestehende Hauptzufahrt erschlossen werden. „An manchen Tagen parken die Besucher schon auf der Straße. Und das geht nicht“, so Groot-Obbink. Die ausgeguckte Fläche zur Erweiterung werde bereits heute mit Sondergenehmigungen als Parkfläche genutzt: „Aber das ist jedes Mal ein riesiger Aufwand und viel Schreibarbeit. Wir möchten das jetzt vernünftig regeln“, sagt Groot-Obbink.

Starker Zuwachs bei der Messe

Der Grund für die erforderliche Erweiterung ist vor allem dem Messe-Geschäft geschuldet. Die im Jahr 2012 in Betrieb genommene Eventhalle für Verbrauchermessen werde gut genutzt. „Wir sind bereits jetzt mit den Vorbereitungen für 2016 beschäftigt. Die Entwicklung ist wirklich unglaublich. Wir können dann bald jede Woche eine Messe anbieten“, so Groot-Obbink. Im Gespräch mit der NRZ verrät er, dass es unter anderen Messen für Logistik und Transport, Mechatroniker, für Frauen und Menschen über 50 geben wird. Bislang biete man neun Verbraucher- und Fachmessen an.

Wichtig ist dem Geschäftsführer auch die baldige Realisierung des Fähranlegers. Die vorbereitenden Gutachten seien alle fertig, auch die Genehmigungen liegen vor – allein es fehlt das Geld. Bis September 2016 möchte Groot-Obbink den 400 000 Euro teuren Rheinanleger erstellt haben. Für das touristische Geschäft sei das enorm wichtig. Man könne viele Angebote zwischen den Niederlanden und dem Niederrhein anbieten. „Nur es muss eben auch betriebswirtschaftlich passen“, so Groot-Obbink.

Und zurzeit ist da noch Zurückhaltung angesagt. Das gilt auch für die Entwicklung des Sportgeländes, über das die Kalkarer Politik bei der Änderung des Bebauungsplanes entscheiden soll. Groot-Obbink möchte dies erst nach enger Absprache mit den örtlichen Sportvereinen angehen. Er ist selbst ein begeisterter Sportfan und sieht, dass die Vereine in Grieth, Appeldorn oder auch in Kalkar ihre Probleme haben. Oft mangelt es an Freiwilligen, die sich für die Arbeit im Verein engagieren wollen. Der Wunderland-Chef denkt an eine zentrale Sportstätten-Lösung. Wo der Sportplatz mit der Gastronomie quasi verwoben wird. „Aber das wird so schnell noch nicht kommen“, sagt Groot-Obbink.

Mindestlohn bleibt ein Thema

Das Thema Mindestlohn beschäftigt das Haus immer noch. Für die kommende Sommersaison sucht der Wunderland-Chef immer noch Personal. Durch die höhere Stundenvergütung benötige man gut 100 Aushilfskräfte mehr. „Für Senioren rechnet sich das einfach nicht. Was sie dann mehr verdienen, führen sie ans Finanzamt ab.“ Also brauche man Personal, das weniger Stunden macht. Zurzeit sind 600 Mitarbeiter im Wunderland beschäftigt, die Stammbelegschaft umfasst 140 Beschäftigte. „Ich denke, dass wir dieses Jahr über 700 Mitarbeiter in der Saison brauchen.“