Vorne Haus, hinten Rundturm

Das Haus Rosendal
Das Haus Rosendal
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Haus Rosendal in Hasselt war ursprünglich Teil einer Grenzanlage des Herzogs von Kleve. Heute ist es ein historisches Schmuckstück in der Gemeinde Bedburg-Hau

Hasselt..  Vielleicht kann man ja demnächst ganze Häuser drucken, die Entwicklung der 3D-Drucker ist ja doch rasant. Wer Platz genug auf seinem Grundstück hat, könnte sich dann ja Haus Rosendal in Hasselt zum Muster nehmen und nachdrucken. Könnte sich lohnen. Tatsächlich ist Haus Rosendal ein außergewöhnlich gut erhaltener Herrensitz aus der Zeit der Klever Herzöge. Es ist erstaunlich, wie sehr sich der architektonische Geschmack über die Jahrhunderte hinweg gehalten hat. Steht man vor Haus Rosendal, denkt man: Wie schön.

Das Wohnhaus ist aus Backstein errichtet und verputzt. Es erstreckt sich über zwei Geschosse mit einer Länge von sieben Fensterachsen. Der Eingang befindet sich ziemlich genau in der Mitte, man muss dazu einige herrschaftliche Stufen hinaufsteigen. An der Rückseite ist ein Trakt angebaut, der rechtwinklig in einen kleinen Rundturm mündet. Das mutet heute etwas seltsam an – wozu dieser Anbau, wozu der Rundturm? Offenbar schloss sich hier einst ein Verbindungstrakt zum mittelalterlichen Bergfried an. Denn das war wohl der Kern der ganzen Anlage: ein hölzerner Bergfried, den ein Herr namens Henrik Hotman Anfang des 15. Jahrhunderts auf dem Gelände errichtet hat. Herzog Adolf I. hatte zwischen Papenberg und Monreberg eine Landwehr angelegt, also eine Art Grenzanlage. Der Bergfried war Teil dieser Landwehr.

Einer von Henriks Nachkommen, Thomas Hotmans Henriks, riss das Holzkonstrukt ab und baute stattdessen einen Turm aus Stein. Der ist angeblich auch noch auf einer Zeichnung von Jan de Beijer aus dem Jahr 1746 zu sehen.

Jedenfalls kam ein Gebäudeteil zum anderen, und als im 16. Jahrhundert die Familie Oisterwijk die Burg bewohnte, muss sie schon so groß gewesen sein, dass der Klever Herzog Johann III. der Familie Schatz- und Dienstfreiheit gewährte. Also: Keine Steuern und Abgaben, keine Verpflichtungen bei Hofe. Nicht schlecht. Doch die glücklichen Jahre währten nicht ewig.

Man erinnere sich: Der Dreißigjährige Krieg wütete auch am Niederrhein, es gab verschiedene Pestwellen. Die Burganlage verfiel zum Ende des 18. Jahrhunderts, doch das, was heute als „Haus Rosendal“ bekannt ist, stellte man glücklicherweise schon 1797 wieder her.

Und wie es sich gehört, gibt es auch einen Wassergraben, der die ehemalige Burg zusätzlich schützen sollte. Heute, so schreibt die Gemeinde Bedburg-Hau, befinden sich im Hauptgebäude Wohnungen, während Familie von der Mosel den Gutshof mit den landwirtschaftlichen Flächen nutzt.