Vorläufige Bilanz

Kalkar..  Die Kommunalwahl ist jetzt ein paar Monate her und gerade in Kalkar hat sich seitdem eine Menge in der politischen Landschaft geändert. Neue Mehrheitsverhältnisse sorgen für neue Machtverhältnisse. Doch was hat sich konkret für die Bürger verändert? Der Werbering „Kalkar aktiv“ hat am Mittwochabend Vertreter der Parteien ins Wunderland geladen und zu einer politischen Gesprächsrunde gebeten. Jeder Vertreter der sechs Parteien hatte die Gelegenheit vor Publikum darzulegen, was sich in Kalkar seit der Wahl bewegt hat – und vor allem: Was soll sich in den nächsten Jahren noch ändern? Und wie kann man den Zusammenhalt in den Ortsteilen verbessern?

Boris Gulan (FDP) sieht in der Zusammenarbeit mit den Ortsteilen aktuell keine Probleme. „Wir haben noch immer einen Konsens gefunden“, so der FDP-Politiker. Jürgen Wenten (FBK) wünscht sich einen Vertreter für die jeweiligen Stadtteile, einen Kümmerer, der den schnellen Draht zum Rat besitzt. Auch die Jugendgruppen in den Ortsteilen sollten sich noch intensiver vernetzen. Willibald Kunisch (Grüne) betonte, dass es bereits einen starken Zusammenhalt in den Stadtteilen gebe. „Es gibt in allen Dörfern ein gelebtes Zentrum. Natürlich kann man immer etwas verbessern.“

Die Ortsteile im Blickpunkt

Jochem Reinkens (SPD) nimmt aus dem Engagement der Griether Bevölkerung für einen Dorfladen mit, dass sich die Dorfkultur auch in den kommenden Jahren erhalten lässt. Dies hänge aber sehr stark vom Engagement der Bürger ab. Auch Dieter Leusch (CDU) sieht in der Ortsteildiskussion wenig Verbesserungsbedarf: „Sollte dieser bestehen, müssten die Impulse aus den Ortsteilen kommen.“

Britta Schulz (Forum) betonte, dass es durchaus Probleme in den Ortsteilen gebe. Bürger müssten mehr an politischen Diskussionen beteiligt werden. „Die Rathausschwelle erscheint sehr hoch. Und wenn das so ist, dann muss die Politik raus, sofern wir den Bürger im Blick haben wollen.“ Sie schlägt die Ernennung vor Ortsteilpaten vor und die Stärkung von Privatinitiativen in den Dörfern.

Für Moderator Han Groot-Obbink ist die Stadtteilfrage sehr wichtig: „Wenn wir nichts in den Ortsteilen machen, dann wohnen da bald nur noch alte Leute“, sagte er im Gespräch mit der NRZ. Er regte an, neue Initiativen für das Leben im Dorf zu entwickeln.

Groot-Obbink wollte auch noch einmal über das Selbstverständnis der Stadt Kalkar reden. Der bisherige Slogan der Stadt: „Hier lebt der Niederrhein“ sei kaum bekannt. „Und dann ist es ein schlechter Slogan“, sagte Britta Schulz. Die Teilnehmer der Diskussionsveranstaltung nannten sodann zahlreiche Schlagworte, die sie mit Kalkar in Verbindung bringen. Eine Arbeitsgruppe wird sich jetzt mit der Ausarbeitung der zahlreichen Vorschläge auseinandersetzen.