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Von Kälbern, Schafen und Biogas

07.10.2012 | 15:43 Uhr
Von Kälbern, Schafen und Biogas
Gestern fand der Familientag auf Haus Riswick statt.Foto: Heinz Holzbach

Kleve. Vorsichtig, aber gekonnt lässt Karin Handel-Paul den Wollfaden durch ihre Hände gleiten, der rechte Fuß bedient gleichmäßig das Pedal. Die Schafzüchterin sitzt an einem Spinnrad. Ein Gerät, das die meisten Kinder nur aus Märchen wie Dornröschen oder Rumpelstielzchen kennen. Deshalb machen sie große Augen, als Handel-Paul ihnen zeigt, was aus der Wolle eines Schafes, Lamas oder sogar Hundes alles entstehen kann. „Der hier“, sagt Handel-Paul während sie auf den Pullover zeigt, den sie trägt, „ist aus Flusis Wolle“. Flusi, wohl ein passender Name für ein Fuchsschaf.

Wettmelken undTrecker-Fahren

Beim Riswicker Familientag lernten die Besucher nicht nur ausgefallene Hobbies kennen, sondern erlebten Landwirtschaft hautnah. Zum zwölften Mal lud das Landwirtschaftzentrum gestern Groß und Klein zum Familientag und das vor allem aus einem Grund: „Wir wollen den Menschen aus der Region zeigen, wie Landwirtschaft heute aussieht“, sagt Dr. Wilhelm Wehren. Viele Leute, so der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, hätten noch die veraltete Vorstellung einer kleinen beschaulichen Welt, in der ein paar Hühner übers Land laufen und hier und da mal ein Schwein im Stall steht. Dabei ist das Berufsfeld modern geworden. Das lassen die vielen Maschinen erkennen, aber auch die Infos der Mitarbeiter, die aus ihrem Alltag erzählen. Noch, so Wehren, gebe es an den Berufsschulen genügend Nachwuchs, in ein paar Jahren könne das anders aussehen. Deshalb gelte es ständig, Interesse zu wecken.

Die spielerischen Aktionen rund um das Gelände dürften bei so manchem Kind zumindest vorrübergehend den Berufswunsch des Landwirtes geweckt haben. Wettmelken, baggern und Trecker-Fahren kamen bei den Jüngsten besonders gut an. Und dann gab es ja auch noch die Tiere. „Guck mal Mama, wie süß! Ich will auch so eins“, bettelt ein kleines Mädchen. Die Rede ist von einem Kalb. Dass es sich bei den Schafen und Kühen, die hier Eintritt in ihre Ställe gewähren, um Nutz- und keine Haustiere handelt, ist für manche Kinder schwer zu verstehen.

Ursprung undModerne

Auch, dass die Geflügelzüchter, die ihre Tiere bei einer Schau präsentieren, Hühnersuppe anbieten, findet eine sechsjährige Tierliebhaberin „eklig“. Aber darum geht es beim Riswicker Familientag eben auch. Schließlich hat alles Essbare seinen Ursprung, und den kann man im Landwirtschaftszentrum genau unter die Lupe nehmen, besonders beim Riswick-Quiz galt es aufmerksam hinzuschauen. An allen Stationen gab es Hinweise zu den Fragen, die zu Beginn des Rundgangs ausgeteilt wurden. Wie wohnen zum Beispiel die Milchkühe im Haus Riswick, wie sehen die Pupillen eines Schafes aus und was passiert in einer Biogasanlage?

Trotz all der Moderne, hat Landwirtschaft immer noch etwas Ursprüngliches. Wahrscheinlich ist es diese Mischung und die Sonne, die einen Rundgang über das Gelände zu einem perfekten Familienausflug für einen Sonntag macht.

Stefanie Männchen

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2012-10-07 15:43
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