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Karneval

Von Gocher Narren etwas lernen

07.02.2011 | 18:25 Uhr
Von Gocher Narren etwas lernen
: italienischer Karnevalist in Goch. Der KCC zeigte den Italienern Karnevalsmuseum, Wagenbauhalle und mehr. Foto: Heinz Holzbach/Waz/FotoPool

Goch.Der Karneval in Venedig ist weltberühmt. Doch auch die Narren der süditalienischen Stadt Putignano und die Karnevalisten von Goch brauchen sich nicht zu verstecken. Das bewiesen sie beim italienisch-deutschen Treffen.

Vier Tage lang waren drei Karnevalsgesellschaften aus Putignano mit ihrem Bürgermeister zu Gast in Goch. Höhepunkt war der Empfang Montagnachmittag im Rathaus. Das erlebte eine ungewohnte Bevölkerung: Gut 25 italienische Narren, gut die Hälfte davon in Schwarz und Rot gekleidete Teufel mit einem goldenen Teufelsorden um den Hals, enterten den historischen Sitzungssaal. Lauter Gesang und lauter Instrumente sorgten für fröhliche Stimmung – fast jeder der Gäste hatte ein Instrument dabei. Sogar ein Harlekin wurde gesichtet. Schon vor dem Rathaus und im Treppenhaus blieb die Musik nicht still.

Da waren die Mitglieder des Karnevals Clubs Concordia (KCC) schwer beeindruckt. „Diese ausgelassene Spontaneität und diese unterschiedliche Karnevalskultur sind fantastisch“, fand auch Peter Toenders, 1. Vorsitzender des KCC. Bürgermeister Karl-Heinz Otto freute sich über die „tolle Lebhaftigkeit“, die die Süditaliener mitbrachten.

Schon bei dem 20-minütigen Kurzbesuch einer italienischen Abordnung im vergangenen Jahr am Flughafen Weeze habe er erfahren, „wie schön der Karneval in Putignano“ sei. Schnell machten Erzählungen von den 20 Meter hohen Pappfiguren in der süditalienischen Gemeinde die Runde.

„Wir können aber auch viel von euch lernen“, entgegnete Gianvincenzo Angelini, Bürgermeister von Putignano. Zum Beispiel, die Karnevalisten das Rathaus stürmen zu lassen und ihnen dann die Schlüssel zu übergeben. „Dazu wurde ich gerade von meinen Leuten motiviert“, verkündete Angelini unter beifälligem Gelächter. Auch über die Tradition, ein Prinzenpaar zu küren, werde man ernsthaft nachdenken. Und: „Wir sind ein gemeinsames Europa, von allen Ländern kann man was lernen!“ Beifall.

Auch gegenseitige Gastgeschenke durften da nicht fehlen. So erhielt Karl-Heinz Otto den Teufelsorden und der Vorsitzende der Karnevalsgesellschaft von Putignano nahm – fast zu Tränen gerührt – den Orden von Prinz Markus I. entgegen. Dann ging der Gesang weiter: „Volare!“ Im Juli ist Karl-Heinz Otto mit einer Abordnung zum Karneval in Putignano eingeladen.

Andreas Eichhorn

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