Von Ärztemangel und Fifa-Geld

Bürgermeister Steins winkt mit Geld und sucht einen Arzt – das brachten die Aktiven der „KG Knatz Gäck“ auf den Wagen.
Bürgermeister Steins winkt mit Geld und sucht einen Arzt – das brachten die Aktiven der „KG Knatz Gäck“ auf den Wagen.
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Was wir bereits wissen
Kranenburg feierte Tulpensonntagszug. Teufel, Küken und Piraten waren dabei. Viele Feier-Freunde kamen auch aus den Nachbarschaft: zu Fuß aus Kleve oder im Mottowagen aus den Niederlanden

Kranenburg..  Wenn Klever am freien Tag um 7 Uhr aufstehen, sich als Bären, Sträflinge und Schlümpfe zu Fuß auf den Weg nach Kranenburg machen, dann ist Tulpensonntag. Völkerwanderung zum Zug. Dorthin, wo die Stimmung ist. Dass man als „Skelett“ ganz flink unterwegs ist, bewies der kleine Jaylen, der mit den Geschwistern Luci, Alicia und Luis von den Eltern aus Kleve hergefahren wurde. Sie jubelten den 57 Wagen und Fußgruppen ihr „Helau“ zu. Höherwertige Kamelle und Schokoladen flogen in die Menschenmenge, Blumentöpfe, Strandtennisschläger und Erdbeeren wurden zart überreicht.

Richtig schöne Motto-Wagen hatten die Kranenburger und Freunde ein Jahr lang zusammengezimmert. Die Mittelstandsvereinigung Kranenburg machte Fischgeschäfte und großen Umsatz zum Thema. Die Weltkugel fuhren St.Peter und Paul spazieren und verteilen süß verpackte Infos über ihr Zeltlager (20.7.-1.8. bei Oldenburg). Stolz auf ihr Golddorf zeigten sich „Wir Mehrer“. „De Düffel“ nahmen Keekener Freunde wörtlich und kamen auf höllisch rotem Wagen als „Teufel“. Asterix aus Hommersum, Superman der KG Spoy, Piraten der Krunekroane, aufwändige Riesenfiguren auf Wagen von „Prins Noud de Stoute“ der niederländischen Nachbarn machten den Umzug bunt. Eine Gruppe aus Beek lobte ihre kleine Metzgerei, Käseladen, Bäckerei: „Wer kleine Unternehmen nicht ehrt, ist unser Beek nicht wert“.

Die Organisatoren von „Rock am Kreis“ Kranenburg nahmen sich küken-gelb die Vogelgrippe vor: „Keine Stallpflicht für die Chickens. Bier und Wein töten den Keim“, waren sie närrisch überzeugt.

Feier-Orte damals und heute – von Schweizerhaus und Kupferkanne bis Burgtheater – brachten die „Mehrer Hühner“ auf die Ladefläche.

Szenenapplaus vom Straßenrand bekamen auch die KG Nütterden für ihre Wagen mit politischer Aussage: Dass die ‘“Ma-Fifa“ von Rubel und Dollar abhängig macht, wohin sie Weltmeisterschaften vergibt. Der Fußball aus Brasilien war auf mehreren Wagen Thema.

Das einzige „mobile Studentenheim“ ließen „Die vollen Eulen 2013“ über die Straße rollen und meldeten „brandaktuell“ und böse das Feuer im Klever Studentenheim: da sei ein Zimmer frei.

Frech wollen auch lieber die jungen Niederländer von CVDA Minde sein: „Kein Tekno, drink met mate(n), gen zup wagens – Lek mien de sok“ protestieren sie lustig gegen die strengen Regeln für Zugteilnehmer. Und prompt spielten sie natürlich Techno ... abgewechselt mit Karnevalshits „Dingelingeling“.

Ausgerechnet vor ihnen marschierte der Musikverein Zyfflich und schmetterte unbeirrt. Sechs Musikgruppen sorgten für Live-Musik. Besonders das ältere Publikum am Straßenrand begrüßte mit-klatschend die altbekannten Lieder.

So mancher jüngere Fan konnte aber auch lauthals die Musikkonserven mitsingen: „Karneval ist nur einmal im Jahr“.