Vom Streiflicht der blauen Stunde

Kalkar..  Stiefelspuren durchziehen die schneebedeckte Landschaft. Die vielen Abdrücke haben ein Muster auf dem gefrorenen, weißblauen Boden hinterlassen, die Konturen der schweren Schuhe reflektieren in hellem Orange das Licht. Das großformatige Gemälde des in Düsseldorf lebenden Künstlers Hugo Boguslawski gehört zu den wenigen, von hellem Licht durchzogenen Arbeiten. Inspiriert vom abnehmenden Licht bei Dämmerung oder dem Übergang in die Dunkelheit der Nacht sind seine aktuellen Bilder eher von einer Art „Restlicht“ gekennzeichnet, was auch Titel seiner Ausstellung im Städtischen Museum Kalkar ist. Eröffnung ist morgen um 12 Uhr. „Mich interessiert das Streiflicht der blauen oder rosa Stunde“, verrät Boguslawski.

Die Struktur von Landschaft wie sie etwa auf ehemaligen (Kohle-)Halden zu finden ist, steht im Mittelpunkt seines Schaffens. Dort sucht Boguslawski nach fossilen Spuren, findet Eindrücke auf der Oberfläche, die der Witterung ausgesetzt ist, entdeckt aber auch Fahrzeugspuren oder Bewuchs. Ihn fasziniere der Übergang alter Industriekultur in etwas Anderes, Neues. „Es geht mir um die Malerei“, sagt Boguslawski,„um eine taktgebende Struktur in meinen Bildern.“

In seinem Atelier spürt er diesen Eindrücken dann mit dem Pinsel nach. Es entstehen abstrakte Ölbilder, die einem bestimmten Muster folgen, einen Rhythmus haben. „Meine Arbeiten sind der Struktur der Landschaft nachempfunden, die ich zuvor gesehen habe“, sagt der 44-Jährige. Was entsteht, sind nahezu durchgängig abstrakte Farbspielereien, die Vieles sein könnten. Der Betrachter erkennt Blätter – gefallen oder vom Wind verwirbelt – , Wasser oder Spuren von Fahrzeugen oder Schuhen, doch alle scheint sich in der Fläche zu verlieren, es gibt keine Hinweise auf einen Maßstab.

Zur Eröffnung spricht Steffen Fischer vom Museum Goch. Die Werke sind dienstags bis sonntags von 10 bis 13 Uhr, mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen.