Volksbank schließt sieben Filialen

Wilfried Bosch und Johannes Janhsen stellten ihre Bilanz vor.
Wilfried Bosch und Johannes Janhsen stellten ihre Bilanz vor.
Foto: NRZ
Die Bank muss aufgrund der Niedrigzinsphase sparen. Künftige Ertragspotenziale seien begrenzt, so der Vorstand

Goch..  Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase muss die Volksbank an der Niers stärker sparen. Insgesamt sollen im Geschäftsgebiet sieben Filialen gestrichen werden. Dies teilten jetzt die Vorstände Wilfried Bosch und Johannes Janhsen auf der Bilanzpressekonferenz mit. Zwar erziele man aktuell noch auskömmliche Erträge, aber aufgrund die anhaltende Zinssituation sei das „Ertragspotenzial auf Sicht begrenzt“, so Wilfried Bosch. Die Bank werde daher ein „Bündel von Kostensenkungsmaßnahmen“ durchführen.

Filiale in Kessel wird geschlossen

So werde man vor allem die Filialstruktur auf den Prüfstand stellen: „Seit längerem müssen wir feststellen, dass die Frequenz in den kleineren Geschäftsstellen rückläufig ist. Im Durchschnitt besuchen unsere Kunden heute nur noch zwei bis dreimal im Monat die Geschäftsstelle – zumeist aber um SB-Geräte wie Geldautomat oder Kontoauszugsdrucker zu benutzen, nicht also um im persönlichen Kontakt ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Im gleichen Zeitraum loggen sich unsere Kunden dagegen acht bis neunmal in der Onlinefiliale der Volksbank an der Niers im Internet ein“ so Bosch.

Der Grund läge auf der Hand: Eine Vielzahl der Bankgeschäfte könne am heimischen Computer oder von unterwegs bereits vorgenommen werden. Dazu bedürfe es keines Filialbesuchs. Auch umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen, die vor drei bzw. zwei Jahren in zwei Geschäftsstellen vorgenommen wurden, zeigten in den Filialen keine Trendumkehr. In Summe werden bis Ende 2016 sieben Geschäftsstellen (Hartefeld, Kervenheim, Kessel, Pont, Schaephuysen, Wankum, Wetten) mit jeweils einer anderen Filiale zusammengelegt. Außerdem wird eine reine SB-Filiale (Lüllingen) geschlossen.

Keine Entlassungen

„Die Filialzusammenlegung wirkt sich im Übrigen nicht auf die Beraterkapazitäten der Volksbank aus. Diese werden natürlich weiterhin in vollem Umfang vorgehalten – allerdings nicht mehr am angestammten Ort“, versichert Bosch und ergänzt: „Für die Mehrheit unserer Kunden wird sich somit nichts verändern – auch weil die Kunden unveränderte Ansprechpartner haben werden. Wie bisher ist die nächste Geschäftsstelle der Volksbank in zehn Minuten erreichbar.“

„Die Mitarbeiter der Geschäftsstellen, die mit anderen Filialen zusammengelegt werden, werden möglichst in den aufnehmenden Filialen eingesetzt. Betriebsbedingte Kündigungen wird es bei der Volksbank an der Niers auch weiterhin nicht geben“, so Bosch. Künftig wird die Voba 20 Filialen und vier SB-Filialen unterhalten. „Die Entscheidung zur Neuorganisation der Filialstruktur ist uns nicht leicht gefallen. Ihnen gingen umfassende Analysen und Beratungen voraus. Um jedoch die Volksbank in eine gute Zukunft zu führen, ist ein frühzeitiges Handeln erforderlich – nicht erst, wenn sämtliche Warnlampen auf Rot stehen“, resümieren Bosch und Janhsen die Pläne der Bank. Ihnen sei klar, dass ihnen sicherlich an einigen Stellen Unverständnis und Unmut entgegengebracht würden. Die geplanten Maßnahmen seien allerdings unumgänglich.

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