Vogel brauchte Schwimmweste

Schwanenritter Race , Ritter "Karibik-Mann" -- wer sein Boot liebt, der schiebt
Schwanenritter Race , Ritter "Karibik-Mann" -- wer sein Boot liebt, der schiebt
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Was wir bereits wissen
Internationales Schwanenritter-Race machte Spaß. Hochschule stellte sich angehenden Studenten attraktiv vor

Kleve..  „Wir sind gut vorbereitet“ zeigt Swanand Kawishar aus Indien die Bauskizze eines Bootes. „Denn wir haben Erfahrung aus dem Vorjahr“ ergänzt Makhtar Abubahar aus Nigeria, die zusammen mit Pavel Kudzyashov aus Lettland und Ieveeshree Naidoo von Mauritius zu Hammer und Säge greifen: Das Schwanenritter-Race belebte den Tag der offenen Tür an der Hochschule Rhein-Waal mit unterhaltsamen zweieinhalb Stunden. Diese vierköpfige Gruppe wurde Zweite im Neun-Teilnehmer-Rennen der selbst gebauten Boote. Gesiegt hat wie im Vorjahr die Truppe der Profis: KSG Klever Seglergemeinschaft. Und die „gefürchteten australischen Brüder“ wurden Dritte. Aber die Sympathien des Publikums am Ufer des Spoykanals gehörte durchaus auch den Verlierern, die tapfer bis ins Ziel schwammen, ihren undichten Kahn mutig vor sich her schiebend. Ritter mit Alufolien-Helm, mit Robe, Schwäne aus Pappe und echte ausgestopfte (sinnvollerweise steckte auch der in Schwimmweste – Foto rechts), sogen Wasser. Erst edel an Land, dann von kühlen Wassern besiegt. So auch das Schiffchen namens „Ibi Habibi“ – wie im Vorjahr ging es gleich beim Start baden. Dabei hatten Patel Karan (Indien), Saladin Hajou (Marokko), Mammoud Mamdy (Ägypten) und Mustafa Sarper Sacilanates (Türkei) genaue Pläne gemalt.

Aber nicht nur Studenten der Fakultät Technologie und Bionik machten hier ihren „Doktor“ am Stück Holz. Auch Kreis Klever sägten mit: so die Luftsportler aus Asperden, Lian Megill, Max Westphäling, Salome Gülzow und Francis Dott tauchten aus luftigen Erwartungs-Höhen ab in die kippelnde Realität.

Währenddessen hinterließ die Hochschule mit ihrer Internationalität, hochmoderner Ausstattung und mitunter ungewöhnlichen Studiengängen einen guten Eindruck bei angehenden Studenten und ihre Eltern. Mit umfassenden Informationen etwa zu Friedens- und Konfliktforschung (Fakultät Gesellschaft und Ökonomie) und publikumswirksamen Aktionen nimmt Kleve die Konkurrenz zu etablierten Studienorten an. Franz-Josef Kuhnigk (Fakultät Life Sciences) ist im Gewächshaus unter Bananenstauden und Kakaobohnen in seinem Element. Studenten-Eltern zeigte er, wie der Mensch hier mit einem Pinselchen die Blüten bestäubt – während draußen der Wind die Info-Tafeln vom neu angelegten Bio-Gärtchen zerrte, dann der Regen rieselte, die Sonne schien. Ein abwechslungsreicher Tag in jeder Hinsicht.

In Gebäude 8 zeigte Wirtschaftsingenieur-Studentin Karolin Beckmann unter Punkt Thermodynamik, wie man mit Getränkedose, CD und Teelicht einen Sterling-Motor baut. Studentin Laura Rohmann (Fakultät Life Science) packte im Gebäude 12 die Kleverin Anita Witjes in kiloschwere schwarze Manschetten, versteift ihren Gang, dämmt Ohr und Auge: „Plötzlich 80“, im Selbstversuch steigt die Kleverin mit Enkelin Lara Treppen.

Auch die Chefetage der Hochschule hat zwar Stress, doch ihren Spaß. Die neue Präsidentin Dr. Heide Naderer reist hin und her zu beiden Studienorten, Kleve und Kamp-Lintfort. „Viele neue Kollegen und Professoren, für mich ist das heute auch eine Entdeckungsreise“, ist ebenso der Vizepräsident für Forschung und Entwicklung der Hochschule, Prof.Dr. Peter Scholz, unterwegs. „Mit Lehre begeistern, mit Exponaten zu Forschungsthemen Anlässe zu kleinen Gesprächen finden“, das macht für ihn einen Tag der offenen Tür aus.