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Viele neue Chancen in der neuen Schulform

17.01.2012 | 19:21 Uhr
Viele neue Chancen in der neuen Schulform
Das Gebäude des Johanna-Sebus-Gymnasiums wird sechs Jahre lang Standort der Klever Sekundarschule, danach Standort der Oberstufe für Gesamtschüler und befähigte Sekundarschüler. Foto: Thorsten Lindekamp

Kleve.   Länger gemeinsam lernen. Was die neue Sekundarschule den Schülern bieten kann.

„Eine Sekundarschule ist eine Gesamtschule ohne Oberstufe“, aber mit der Möglichkeit, in die Oberstufe der Gesamtschule (oder Berufskolleg oder Gymnasium) zu wechseln. Das betonen die Vertreter der Schulen und der Verwaltungen in Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg. Das wollen sie den Eltern klar machen. So viele Chancen hatten deren Kinder noch nie.

Länger gemeinsam lernen – das steht über den neuen Schulen in Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg. Der qualifizierte Abschluss an der Sekundarschule ist ein nahtloser Anschluss an die Oberstufe der Gesamtschule mit Ziel Abitur. Bildungsgänge bleiben an beiden Schulen so lange wie möglich offen. Beide sind Ganztagsschulen: an drei Tagen pro Woche nachmittags Unterricht.

Lehrer können sich austauschen

Zum neuen Schuljahr in diesem Sommer werden gegründet:

- eine Gesamtschule (GE) in Kleve mit sechs Parallelklassen am Standort der bisherigen Ganztags-Realschule Hoffmannallee. Deren weiterer räumlicher Ausbau ist damit garantiert.

- Eine Sekundarschule (SE) an drei Standorten mit drei Parallelklassen in Kleve (in den ersten sechs Jahren am Standort des Johanna-Sebus-Gymnasiums, dann beginnt dort die Oberstufe) sowie zweien in Bedburg-Hau und zweien in Kranenburg.

Wie Annette Wier als Leiterin des Fachbereichs Schulen in Kleve bekräftigt, handelt es sich um eine einzige Schule, die an allen Standorten gleiche Inhalte bietet und auch nur eine Schulleitung hat. Für Lehrer bedeutet das: gemeinsame Fachkonferenzen, Austausch gegenseitig, eventuell pendeln.

Schon frühzeitig Niederländisch lernen

Realschulleiter Jürgen Schmitz, in der Planungsgruppe für den Bereich Gesamtschule: „Wir stellen Diagnose und Förderung der Kinder in den Vordergrund“, schon vor der Anmeldung möchte man die Stärken der Kinder erkennen. Die Sprachbegabten können (neben Englisch) als zweite Fremdsprache schon ab Klasse 6 Niederländisch wählen – oder dann ab Klasse 8 –, damit sie im Falle eines Abiturs die Verpflichtung der zweiten Fremdsprache erfüllen. Die Sekundarschüler haben ein Recht darauf, dass diese Sprache in der Oberstufe der Gesamtschule fortgesetzt wird.

Kein Zwang zur Sprache

Wer jedoch kein Sprachtalent ist, „muss das nicht ertragen“, reflektiert Schmitz seine Realschulerfahrung. Kinder können auch in der Klasse 6 „Darstellen und Gestalten“ wählen oder z.B. „Arbeitslehre“. In höheren Klassen werden als weitere Fremdsprachen vermutlich Französisch und Spanisch angeboten; Latein steht, wie berichtet, erst mal hinten an. Das böten die beiden Gymnasien mit G8 (= 8 Jahre Gymnasialzeit) bereits. Sowohl GE als auch SE verstehen sich als Angebote für „G9“ (= 9 Jahre Gymnasialzeit).

„Wir werden nicht alle Schüler zum Abitur führen können“, macht Schmitz klar. „Aber wir wollen die Laufbahn so lange wie möglich offen halten“. Für Spätentwickler, für Pubertierende mit Lernflaute. „Aber alle lernen länger zusammen und darum viel besser miteinander. An beiden Schulen lernen starke Kinder von schwachen – und umgekehrt“.

An beiden Schulen kleine Klassen

Die Lehrer der Schulen, die sich auflösen, sind bereits über ihre Möglichkeiten informiert. Weil an beiden Schulen kleinere Klassen üblich sind, werden mehr Lehrerstellen eingerichtet als bisher. An beiden neuen Schulformen werden für den Unterricht ab Klasse 5 ein Drittel der Lehrer die Sek-II-Befähigung (für gymnasiale Oberstufe) haben. Integriertes Lernen bieten Klassen 5 bis 10, Inklusion gilt von Anfang an.

Astrid Hoyer-Holderberg

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