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Karneval

Victoria kam natürlich sportlich

12.02.2012 | 17:11 Uhr
Victoria kam natürlich sportlich

Goch.   Im Jahr des 100-jährigen Jubiläums stellt der Verein den Prinzen – und bringt Tanz und beste Stimmung ins Kastell

Selbstbewusstsein satt bei den Narren der Gocher Viktoria: Im randvollen Kastell hat der Verein Freitagabend mit der Kappensitzung seinen hundertsten Geburtstag und den aus den eigenen Reihen stammenden Gocher Stadtprinzen Aki I. gefeiert. Wie stolz man darauf ist, machte Sitzungspräsident Mike Theissen gleich zu Beginn klar: „Das Jahr steht ganz im Zeichen der Viktoria, ganz im Zeichen von Rot-Schwarz!“ Auf dem Höhepunkte der Sitzung begrüßte er Prinz Aki und Prinzessin Marijke und ihre riesige Garde überschwänglich: „Die Garde groß wie ein Heer. Der Prinz auf dem Höhepunkt seiner karnevalistischen Karriere!“

Für Theissen selbst war’s wohl gleichzeitig die letzte Session als Sitzungspräsident. Seit 1994 leitet er bei Viktoria den Elferrat – nun ließ der Verein mehrfach durchblicken, dass er einen Nachfolger sucht.

Der Abend war vor allem ein sportlicher. Der Choreographien seiner Tanzgarden kann sich SV Viktoria Goch zu Recht rühmen. So ging der Verdienstorden dieses Jahr auch folgerichtig an Tanja Hösch, die den Nachwuchs etabliert hat. „Sie hat so ziemlich alles gemacht, was es bei den Funken im Karneval so geben kann“, lobte Theissen. „Wegen ihr haben wir heute eine Funkengarde mit vier Abteilungen.“

Neben diesen – Bambini, Minis, Teenies und Viktoria Funken – untermauerten die Tanz- und Reitergarde des Clubs der Pferdefreunde rund um ihre sieben Mädels, dass Viktorias Spezialität auch im Karneval die Bewegung ist. Das gastierende Tanzcorps der Pumpengemeinschaft Vrouwenpoort warf seine Tanzmariechen gar bis unter die Decke.

Im Büttenprogramm ging’s bodenständig los. „Da der Krankenhausverbund ein aktuelles Thema ist, haben wir den Chefarzt und eine Krankenschwester eingeladen, um hier Stellung zu nehmen“, kündigte Theissen klare Kante an. Vielleicht ein wenig viel versprochen. Jörg Thonen und Melissa Trit von den Viethens Bullen aus Kleve lieferten denn keine fein platzierten Schläge auf die Sparpläne an den vier Kliniken des Kreises ab, sondern ein naiv-blond bis derbes Programm mit Gesprächen über Geschlechtsverkehr und pupsende Patienten.

Erfrischend frech zeigte sich der Viktoria-Nachwuchs mit den Geschwistern Anna („Daniela ‚Katze’ Katzenberger“) und Sarah van Bruck („Rickys Popsofa“). Letztere riet Sitzungspräsident Theissen kurzerhand: „Überleg dir mal, ob du echt nicht mehr Präsident sein willst. Wenn du mal rechts und links guckst: Zwischen Elferrat und betreutem Wohnen – da liegt nur ein kleines bisschen...“

Als Partyhengst kam Achim Verieth, als Herby und Hennes witzelten Herbert Simens und Hans Büren.

Julian Weimer

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