Vertrag für den Altrheinarm

Die Kalflack in der Nähe des Deichverbandes Kleve-Xanten.
Die Kalflack in der Nähe des Deichverbandes Kleve-Xanten.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Soll die idyllische Kalflack ein Naturschutzgebiet werden? Darüber gingen die Meinungen im Beirat der Landschaftsbehörde auseinander

Kalkar..  Ganz ohne Zweifel: Die Natur an der Kalflack ist einzigartig. Dieser ehemalige Rheinarm, der sich zwischen dem Schöpfwerk in Kleve-Warbeyen und dem Wisseler See erstreckt, bietet für viele Tiere, Vögel und Insekten eine wichtige Lebensgrundlage. Die Kalflack zählt für das Naturschutzzentrum des Kreises Kleve in Rees-Bienen heute zu den zehn bedeutendsten Altrheinarmen am Niederrhein mit zahlreichen Feuchtbiotopen, die Lebensraum sind für seltene Fischarten wie den Steinbeißer oder selten gewordene Vogelarten wie den Eisvogel oder den Rotschenkel.

Unstrittig ist die Verlängerung des Naturschutzgebietes im Deichvorland zwischen Grieth und Rheinbrücke Emmerich-Kleve. Die neue Verordnung sieht u.a. stärkere Auflagen für den Grünlandumbruch vor.

Im Beirat der Unteren Landschaftsbehörde wurde jetzt aber darüber diskutiert, ob die Kalflack auch im Deichhinterland offiziell als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden soll. Denn aktuell steht die Verlängerung des Naturschutzstatus’ für das Deichvorland zwischen Grieth und Emmericher Rheinbrücke auf der Agenda.

Ob man einen guten Naturschutz wirklich nur mit einem förmlichen Naturschutzgebiet hinbekommt, bezweifelt Dr. Hermann Reynders, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Kleve. Er verweist darauf, dass die Kalflack heute als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist und durch den Vertrag für das „Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein“ mit dem Land NRW ausreichend geschützt sei. „Es gibt keine Veranlassung, die eingedeichte Kalflack in das Naturschutzgebiet miteinzubeziehen“, findet Reynders. Die bisherige Vorgehensweise habe gezeigt, dass sich der Altrheinarm zu einem guten Stück Natur entwickelt habe – auch ohne Naturschutz-Verordnung. „Man kann die Kalflack auch mit einem einfachen Vertrag schützen“, so Reynders.

Adalbert Niemers, Mitglied des Naturschutzbundes, möchte die eingedeichte Kalflack am liebsten auch gesetzlich als Naturschutzgebiet ausgewiesen wissen. „Der jetzige Schutzstatus reicht keineswegs aus“, sagte er und weist auf die verschärften Vorschriften für den Einsatz von Düngemittel und Pflanzenschutz hin. „Es gibt gute Gründe, die Kalflack als Naturschutzgebiet auszuweisen“, so Niemers.

Josef Peters, Vertreter der Landwirtschaft, sieht hingegen „alles geregelt“. Die Kalflack sei FFH-Schutzgebiet, sei Vogelschutzgebiet und die Vorschriften für das Ausbringen von Düngemitteln seien über die Düngemittel-Verordnung, die Wasserrahmenrichtlinie und die GAP-Reform mehr als ausreichend geregelt. „Und wer sich daran nicht hält, bekommt Abzüge bei den Ausgleichszahlungen“, so Peters.

Mit der Mehrheit der CDU empfahl der Beitrat der Unteren Landschaftsbehörde die Kalflack nicht als Naturschutzgebiet aufzunehmen.