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Flughafen

Vereinte „Streithähne”

29.05.2009 | 16:57 Uhr

Ein noch zu erstellendes Gutachten sieht Entschädigungen für besonders betroffene Anlieger vor.

Weeze. Traute Zweisamkeit demonstrierten Ahmed Siegel und Ludger van Bebber gestern Mittag im Terminal des Airport Weeze. Ein bis vor zwei Jahren eher ungewöhnliches Bild. Die ehemaligen „Streithähne” – Flughafenchef van Bebber pro Airport und Kläger Siegel contra Airport – haben einen Vergleich erzielt (NRZ berichtete). „Gemeinsam hat der Rechtsstreit ein Ende gefunden”, erklärten sie. Fünf der zehn Kläger hätten ihre Klagen gegen die Bezirksregierung beim Oberverwaltungsgericht Münster gestern zurückgezogen. Es seien schwierige Verhandlungen über ein Jahr gewesen. „Es wurde mit knallharten Bandagen geboxt”, so Siegel.  Während § 1 des Vergleichs mit der geänderten Betriebsgenehmigung erfüllt sei, gelte es jetzt Punkt 2 bis 9 abzuarbeiten, erläuterte Ahmed Siegel. Entscheidend ist § 8, der sich mit der „Außenwohnbereichsentschädigung” beschäftigt. Demnach verpflichtet sich der Flughafen, jedem Eigentümer oder Erbbauberechtigtem, sofern dessen Grundstück zu Wohnzwecken genutzt wird, bei bestimmten Voraussetzungen einen Einmalbetrag für Schallschutzmaßnahmen zu zahlen.  Dieser beträgt für Einfamilienhäuser 4000 Euro, bei Mehrfamilienhäusern 6000 Euro– ab der dritten Wohnung zusätzlich jeweils 2000 und für Eigentumswohnungen 3000 Euro. Grundlage ist ein Gutachten, das der Airport noch vorzulegen habe. Darin soll ein Gebiet festgelegt werden, in dem bei 62 Dezibel Lärmbelästigung die Zahlungen erfolgen sollen. Grundlage für die Messungen sind die sechs verkehrsreichsten Monate.  Zudem geht's im Vergleich auch um einen neuen Schwenker in Richtung Norden bei der Flugroute 9, um die besiedelten Gebiete vor allem in Kevelaer zu entlasten. Mit den verbleibenden Klägern (vier aus Winnekendonk und der Gemeinde Bergen) wolle man ebenfalls eine Einigung erzielen, erklärte van Bebber: „Auch oberhalb des gesetzlichen Rahmens.” Man warte nun auf weitere Gespräche, so der Airportchef.  Ahmet Siegel schien erleichtert. Er gab zu bedenken, dass nach der geänderten Betriebsgenehmigung und der Einigung mit einem Teil der Kläger „die Luft für die übrigen dünner geworden” sei. Seinen ehemaligen Mitstreitern der Aktionsgemeinschaft riet er, eine realstische Lösung zu finden, bevor man gar nichts bekomme.

Dirk Kraayvanger

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