Vätergruppe der JVA Kleve wird Preisträger

Die neue Alternative in der JVA Kleve: der bunte Raum,
Die neue Alternative in der JVA Kleve: der bunte Raum,
Neuer und kindgerechter Raum erleichtert Besuche im Gefängnis. Insassen spüren jetzt, wie viel Familie ihnen bedeutet

Kleve..  Sie hat im Mai einen besonders gestalteten Raum für Kinderbesuche in der Justizvollzugsanstalt (JVA) eingerichtet und wird jetzt ausgezeichnet: Die Vätergruppe der JVA Kleve ist einer der Preisträger aus dem Kreis Kleve beim Projektwettbewerb „Tolle Ideen für eine paradiesische Welt“ anlässlich des 150-jährigen Domjubiläums in Münster, das dort vom 26. bis 28. September gefeiert wird.

Zu den beiden offiziellen Besuchsräumen mit ihren zweckmäßigen, farblosen Tischen und Stühlen mit ein paar Bildern an der Wand und in der Ecke mit ein wenig Spielzeug gibt es jetzt eine Alternative: ein Raum mit kindgerechten Sesseln und Tischen, schreiend bunt, Playmobil, eine Schatztruhe mit Lego und Holzbausteinen, ein Bücherregal. Der Clou des Ganzen ist das Bild an der Wand, das eine Landschaft mit viel Grün, einem Gewässer und einen Schmetterling zeigt. Erst auf dem zweiten Blick fallen zwei Figuren am unteren Bildrand auf, Vater und Kind, im Gegensatz zum Rest des Gemäldes in Schwarz, die sich an der Hand halten.

Evelyn Freitag, Beamtin in der Vollzugsanstalt und sozusagen die Bauleiterin dieses Projekts, hat sich dafür eingesetzt, dass die Insassen diesen neuen Raum für die Besuche der Kinder erhalten. Die Holzmöbel wurden in der eigenen Schreinerei hergestellt, das Bild malte ein Häftling; vieles andere vom Spielzeug bis zum Laminat finanzierten der Förderverein und die Aktion Lichtblicke. Viele Männer spüren erst jetzt, wie viel Familie ihnen bedeutet. „Sie merken, dass sie sich zu wenig um sie gekümmert haben oder dass sie etwas verpassen“, sagt Pastoralreferent Reiner Rosenberg. Nichts zur Erziehung beizutragen oder die Entwicklung der Kinder nicht mit verfolgen zu können, das belastet.