"Uns droht eine weitere Industriebrache"
18.12.2009 | 18:30 Uhr 2009-12-18T18:30:00+0100Kalkar. Die Kalkarer Politik beklagt Schließung der Molkerei Campina. SPD: Kalkar verliert größten industriellen Arbeitgeber. CDU: Die neueste Entwicklung bei Friesland Campina in Kehrum verschärft die Lage um ein Vielfaches. Das ganze Vorgehen dort ist eigentlich unglaublich.
Seit der Sitzung des Kalkarer Stadtrats am Donnerstag kann Bürgermeister Gerhard Fonck mit einem „ausgeglichenen Haushalt 2010” arbeiten. Alle Fraktionen im Rat stimmten dem Zahlenwerk zu. Nur die Entwicklung der vergangenen vier Wochen seit der Einbringung des Etats am 17. November durch Kämmerer Stefan Jaspers dürften Rat und Verwaltung noch sorgenvoller stimmen.
Kämmerer Jaspers hatte bereits auf schwache Steuereinnahmen und auf begrenzte städtische Handlungsspielräume hingewiesen. Am Donnerstag musste CDU-Fraktionsprecher Dr. Günther Bergmann resignierend feststellen: „Auf kommunaler Ebene trifft uns spürbar die Wirtschaftskrise. Die neueste Entwicklung bei Friesland Campina in Kehrum verschärft die Lage um ein Vielfaches. Das ganze Vorgehen dort ist eigentlich unglaublich. Nun droht uns in Kehrum innerhalb der Stadt Kalkar eine weitere Industriebrache.”
Für die SPD-Fraktion ging Sprecher Jochem Reinkens auf vergleichbar betroffene Weise wie der CDU-Sprecher auf die jüngste Entwicklung ein. In Kalkar grassiere eine monostrukturelle Schwindsucht, so Reinkens, wobei man froh darüber sein dürfe, dass die Zuckerfabrik in Appeldorn noch existiere. Mit dem Kehrumer Werk verliere Kalkar nun seinen größten industriellen Arbeitgeber.
Kein Geld für Firlefanz
FDP-Sprecher Boris Gulan dankte der Kämmerei für das Etatwerk, mahnte aber an, angesichts dieser Lage alles noch einmal auf seine Notwendigkeit hin zu überprüfen. Dennoch komme die Stadt nicht umhin, aus dem historischen Marktplatz mehr zu machen.
Sprecher Willibald Kunisch von den Grünen verlangte speziell vom Bürgermeister „mehr Aktivitäten”, und gab der Verwaltung den Rat, gegen die „Tristesse” in der Innenstadt („...wie in der einstigen DDR”) mehr zu tun.
Für Jürgen Wenten, Sprecher der FBK-Fraktion, stand auch dieser Haushalt auf „tönernen Füßen”. Seine Fraktion wolle verstärkt den Einzelhandel stärken, auch den Tourismus; der Tourismus sei nicht die wichtigste Säule der Stadt Kalkar. Wenten: „Kein Geld mehr für Firlefanz!”
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