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Unfall bleibt ungeklärt

15.01.2010 | 17:58 Uhr
Unfall bleibt ungeklärt

Kleve. „Es herrschte ein großes Tohuwabohu”, sagt Kreispolizeisprecher Heinz van Baal, der selbst bei dem folgenschweren Verkehrsunfall auf der Emmericher Straße vor Ort war. Schaulustige säumten Straßen und Gehwege, Ersthelfer und Rettungskräfte taten ihr Bestes und rundherum sammelten sich Autos.

Chaos – mitten in Kleve. Chaos, das die Polizei erst einmal entzerren musste. Die Emmericher Straße musste gesperrt werden. Polizeibeamte leiteten den Verkehr um. Es kam zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.

Fünf Autos waren an der Kreuzung Emmericher Straße/ Klever Ring ineinander gefahren. Sieben Personen wurden dabei schwer verletzt. Am stärksten betroffen waren vier Insassen eines niederländischen Kleinwagens aus Almere. Eine 64-jährige Frau und ein 74-jähriger Mann mussten mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Krankenhäuser nach Goch und Emmerich gebracht werden. Am Freitagmittag gab es Entwarnung: Für die Niederländer besteht keine Lebensgefahr mehr.

Zahlreiche Kräfte der Klever Feuerwehr, der Notarzt und mehrere Rettungswagen waren im Einsatz. Nachträglich orderte der zuständige Notarzt noch Verstärkung aus den Niederlanden: Der Lifeliner (niederländischer Rettungshubschrauber) kam. In Anspruch genommen, zumindest für den Transport, wurde er nicht. Keiner der Verletzten musste in eine Spezialklinik transportiert werden.

Immer ein Arzt an Bord

Umsonst hatte die Kreisleitstelle den Hubschrauber nicht gerufen: „Im Kreis gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Rettungswagen, die mit Ärzten besetzt sind. Aus diesem Grund wird gern der Hubschrauber zur Hilfe gerufen. Dieser hat immer einen Arzt an Bord”, erklärt Marc Leupers von der Kreisleitstelle.

Bislang geht die Polizei von folgendem Unfallhergang aus: Aus unerklärlichen Gründen prallte eine 41-jährige Kleverin, die mit ihrem Renault Megane auf der Emmericher Straße in Richtung Innenstadt unterwegs war, in Höhe der Zufahrt zum Aldi-Markt gegen einen VW Caddy. Ohne Anzuhalten fuhr die Frau nach dem Zusammenstoß mit hoher Geschwindigkeit weiter, überfuhr bei Rot die Ampelanlage an der Kreuzung Steinstraße/Emmericher Straße und touchierte mit unverminderter Geschwindigkeit einen vor der Kreuzung Klever Ring wartenden Opel Corsa. Danach prallte der Renault mit großer Wucht auf das Heck des niederländischen Kleinwagens. Der wiederum stieß gegen weitere Fahrzeuge, die an der Ampel warteten.

Was zu dem Fahrverhalten der 41-Jährigen führte, gibt der Polizei immer noch Rätsel auf. Neben einem hinzugezogenen Sachverständigen, der die Unfallstelle begutachtete, stellte die Polizei außerdem das Fahrzeug der Kleverin sicher. Es soll geprüft werden, ob vielleicht ein technischer Defekt an dem Wagen vorliegt. „Vor Mitte nächster Woche ist allerdings mit dem Ergebnis der Untersuchung nicht zu rechnen”, so Heinz van Baal.

Sarah Eul

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