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Kleinkunstbühne Cinque

Une Creation de Nessi

17.05.2011 | 19:00 Uhr
Une Creation de Nessi
Nessi Tausendschön gastierte im Cinque. Foto: Heinz Holzbach Waz FotoPool

Kleve. Wer war schon Pina Bausch? Die wahre Koryphäe auf dem Gebiet des Ausdruckstanzes ist natürlich Nessi Tausendschön. „Eine Kapazität“, wenn es darum geht, Arme und Beine, Bauch und Hüften anmutig in Wallung zu versetzen. „Da kann Lena nicht mithalten!“

Sehr richtig, Frau Tausendschön. Ihre Grazie und Wortgewandtheit sind unübertroffen. Sollte es Banausen geben, die das nicht zu schätzen vermögen? „Und, was drücke ich aus“, fragte sie, gekleidet in ein knallrotes Schlauchkleid, ihr Publikum auffordernd. Es kam zaghaft der Vorschlag „Schwan“. Das stieß bei der „Kapazität des Ausdruckstanzes“ allerdings auf völliges Unverständnis: „Sind Schwäne rot?! Ach ja, ich bin schon froh, dass Sie nicht ‚Pickel’ gesagt haben.“

Nessi Tausendschön, alias Annette Maria Marx, verzauberte am Wochenende auf der Kleinkunstbühne Cinque ein großes Publikum. Als „Lena für Arme“ stellte sie sich vor und entführte mit einer ironisch-skurrilen, extravaganten Show in die wunderbare Welt der Liebeslyrik, der etwas anderen Sportberichterstattung und des Trauergesangs – natürlich ist Frau Tausendsassa auch auf diesen Gebieten „eine Kapazität“.

Singende Säge, Glockenspiel oder die Ätherwellengeige Theremin – Nessi liebt die schrägen Instrumente und hat in dem Kanadier William Mackenzie einen erstklassigen Gitarristen an ihrer Seite, mit dem sich ein jazzig-rotziger Song wie „Eisprung“ ebenso hervorragend inszenieren lässt wie gefühlvolle Liebeslieder.

Nessi Tausendschön ist eine ungeheure Verwandlungskünstlerin, präsentiert sich als Schutzengel mit Alkoholproblem, als Sportreporterin vorm Empfängnisgerät - und natürlich als bürgerliche Kunstfigur Gabi Pawelka, die „Siegertype“ im Rock mit Blümchenmuster.

Das Klever Publikum genoss einen schönen Abend – tausend Dank.

Andreas Gebbink



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