Und jetzt gibt es gar nichts

Es fällt schon schwer, sich nicht über die jüngste Kreistagssitzung zu ärgern. Vor dem Hintergrund der humanitären Katastrophen in der Welt mutet es schon ziemlich engstirnig an, wie man die Schaffung eines Integrationszentrums für den Kreis Kleve ernsthaft ablehnen kann. „Keine weitere Verwaltungsebene“, sagt die CDU. Lieber hätte man die Landesförderung in Höhe von 170 000 Euro und würde damit die Arbeit des kreiseigenen Bildungszentrums unterstützen wollen. Der SPD-Antrag wurde daher abgelehnt. Und jetzt?

Jetzt gibt es gar keine Koordinierungsstelle für Asylbewerber, Ausländerfamilien und Kinder mit ernsthaften Sprachproblemen. Wenn denn schon das Bildungsbüro die Aufgaben eines Integrationszentrums leisten soll, stellt sich die Frage: Wo bleibt dann das Konzept zur Weiterentwicklung des Büros. Hängt das etwa nur von den nun nicht gezahlten 170 000 Euro ab? Das kann nicht sein. Das Bildungsbüro ist bislang auf die zu leistenden Arbeiten gar nicht vorbereitet. Und vor allem: Es geht bei Integration ja nicht nur um Schulthemen und Lehrerstellen. Die Betroffenen benötigen auch Hilfen im Alltag.

Was besonders ärgerlich ist: Die Menschen, um die es eigentlich geht, sind bei der Diskussion völlig aus dem Blick geraten.