Umbau des Museums Kurhaus teurer als geplant
01.12.2010 | 18:46 Uhr 2010-12-01T18:46:00+0100
Kleve.Es wird teurer als geplant: Die Kosten für den Umbau des Museums Kurhaus in Kleve steigen um rund 800.000 Euro auf 4,1 Millionen Euro. Ein Problem für die Stadt. Wie die Mehrkosten finanziert werden sollen, werde zeitnah geprüft.
Er wird erheblich teurer - der Umbau des Museums Kurhaus in Kleve. Und das entwickelt sich derzeit zu einem kontrovers diskutierten Problem. Denn der Rat hatte im Februar die Kosten für Um- und Neubau - sprich Joseph-Beuys-Atelier und Erweiterung des Friedrich-Wilhelm-Bades - gedeckelt.
Nach NRZ-Informationen wird die Baumaßnahme rund 800.000 Euro teurer und damit bei 4,1 Millionen Euro liegen. Nicht nur das: Für Anpassungsarbeiten - sprich Anstrich und Renovierung des Altbaus - werden vermutlich rund weitere 500.000 Euro anfallen. Summa summarum also rund 4,6 Millionen Euro.
Abstriche bei den Standards
Über die Kostensteigerungen hat Kämmerer Willibrord Haas den Vergabeausschuss bereits am 2. November informiert. „Wir sind derzeit dabei, die Gründe für die Steigerung im Detail zu recherchieren“, sagte er auf NRZ-Nachfrage. Wie die Mehrkosten finanziert werden sollen, werde zeitnah geprüft. Dabei sollen Abstriche bei den Standards ebenso auf den Prüfstand wie die Zeitschiene. Konkret: Verschiebung des Innenausbaus auf 2012. Damit wäre die geplante Eröffnung 2011 fraglich.
„Wir können das Geld nicht drucken“, stellt Haas unmissverständlich klar. Es müsse sorgfältig überlegt werden, wie die Mehrkosten finanziert werden: „Wir müssen verantwortungsbewusst mit den Steuergeldern umgehen“, betont Haas, der eine Kostensteigerung in „deutlicher sechsstelliger Höhe“ bestätigt.
„Ich habe bereits veranlasst, dass keine neuen Aufträge erteilt werden, bis ein neuer Ratsbeschluss vorliegt“, sagt er mit Blick auf die Kostendeckelung. Damit sei nicht vor Anfang nächsten Jahres zu rechnen, da die Ursachen geklärt werden müssten.
Hauptgrund sei die topographische Lage des Museums. Bedingt durch die Hanglage musste der Bau gesichert werden, bestätigt Ex-Museumsdirektor Drs. Guido de Werd. Erschwerend seien denkmalpflegerische Aspekte hinzugekommen, da unter einer Betonschicht ein altes Bad gefunden wurde. Wichtig ist ihm, dass Stadt und Land klären, wie die Mehrkosten verteilt werden. Die Stadt habe mit dem Land bereits Kontakt aufgenommen, sagt dazu Haas. Ziel: Änderung des Zuwendungsbescheides.
Freundeskreis skeptisch
Guido de Werd hofft, dass es gute Gespräche geben wird: „Und bei der Bedeutung des Projektes bin ich zuversichtlich, dass das Land uns jetzt nicht allein lässt.“ Und weiter: „Ich habe das Gefühl, das Projekt wird wunderbar und eine große Bereicherung für die Stadt“, schwärmt er.
Ob der Freundeskreis über das selbst gesteckte Ziel von 500.000 Euro weitere Spenden akquirieren kann, bezweifelt dessen Vorsitzender Klaus Hommel: „Dass wir schon 420.000 Euro beitragen können, erfüllt mich mit Stolz.“ Nennenswerte Bauverzögerungen würden das Ende der Wegstrecke - sprich das „Sammeln“ der Restsumme deutlich erschweren, befürchtet er.
14:04
Ich habe folgenden Eindruck bei der Stadt Kleve: Was man will, wird künstlich heruntergerechnet um es durch die Instanzen (Ausschüsse und Rat) zu bekommen.
Was man nicht will - z.B. ein Gesamtschule - wird künstlich und kreativ teuer gerechnet um es dann mit dem Sachzwang der Finanzen in den Ausschüssen und Rat scheitern zu lassen.
Was m.E. nach immer wieder betrieben wird: Mißbrauch durch vorauseilende Planung...
15:45
Man muss sich bald fragen, ob diejenigen, die solche Kosten ermitteln oder schätzen oder oder es überhaupt drauf haben. So eine Kalkulation würde fast jedem Schlüsselfertighausanbieter finanziell das Genick brechen oder zumindest anknacksen.
Aber die, glaubt man den Massenmedien, haben ja ohnehin nichts anderes zu tun, als ahnungslose Bauherren über den Tisch zu ziehen.
Aber wie hier mit ahnungslosen Steuer- und Beitragszahlern umgegangen wird, das scheint niemand mal kritisch zu hinterfragen und erst Recht niemand zu sanktionieren.
Lösen wir das Problemchen über einen Nachtragshaushalt, auch wenn es nicht möglich ist, Geld zu drucken, und nach einer Weile wächst Gras über die Sache und keiner spricht mehr darüber. So ist das wohl leider!
13:08
Es ist ja wohl nicht das erste Mal, dass (angeblich) seriös geplante Kosten heftig überschritten werden. Wer sich Projekte wie Opschlag etc. anschaut - der mag schon ein gewisses System erkennen. Klar, es gibt ja auch keine über 50 Jahre Erfahrung in Kleve... oder genau deshalb?
Plötzlich ist da ein Hang und plötzlich führt dieser Wasser...
Wer weiß - am Ende steht Weihnachten wieder mal plötzlich vor der Tür; und die Stadtverwaltung wünscht sich was...
09:23
Da können wir Gocher mal gespannt sein ob die Kosten für die neue Niersbaumaßnahme am Schwanenteich nicht auch wegschwimmen. Sollten wir mal im Auge behalten
07:17
„Wir müssen verantwortungsbewusst mit den Steuergeldern umgehen“ Ja, das sind Worthülsen, die sich immer schon anhören. Aber eine solche Verantwortung beginnt schon mit einer vernünftigen Kalkulation einer Baumaßnahme. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb die Baukosten in einer solchen Größenordnung aus dem Ruder laufen. Sollte hier im Vorfeld etwas schöngerechnet worden sein, um den Weg frei zu machen, damit zunächst bauliche Fakten geschaffen werden können und der point of no return erreicht werden kann, so ist das alles andere als der verantwortungsvolle Umgang mit Steuergeldern.