Uedems Schlüterei

Schlüterei in Uedem
Schlüterei in Uedem
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der alte Stadtturm zeugt von den Zeiten der Gemeinde als Stadt. Der vorherige kleinere „Odoheim“ wurde schon 866 erwähnt.

Kreis Kleve..  Für kleine Ausflüge in die Umgebung hat man gern mal ein Ziel vor Augen. Zum Beispiel alte Herrensitze. Welche Geschichte sie haben und wer heute dort lebt, stellt Ihnen die NRZ in dieser kleinen Ferien-Serie vor. Oft lohnt eine Verschnaufpause ganz in der Nähe.

Uedem. Zum ersten Mal wird Uedem (Odoheim) schon am 5. Oktober 866 urkundlich erwähnt. Die Stadterhebung fand 1359 statt. An die Stadtmauer von früher erinnert heute noch sichtbar der Stadtturm am Turmwall, auch Schlüterei genannt. Den Verlauf der knapp 1000 Meter langen Stadtmauer kann man heute nur erahnen, bzw. an den vier Wällen ablesen: Graf-Johann-Wall, Agathawall, Burgwall und Turmwall. Reste der Stadtmauer gibt es kaum, nur ganz vereinzelt sind sie vorhanden. So auf dem Kindergartengelände an der Viehstraße. Damals gab es vier Tore, die in die Stadt führten. Daran erinnern heute die von Wolfgang Frische geschaffenen Bronzeplastiken. Der Müller an der Mühlenstraße erinnert an das Mühlentor im Osten, der Gerber an der Lohstraße ans Lohtor im Süden, der Bauer an der Mosterstraße ans Mostertor im Südwesten und die Viehhirtin an der Viehstraße ans Viehtor im Norden.

Uedem zeichnete damals die Stadtmauer mit vier Türmen aus (neben den Kirchen und den Klöstern). Bei einem großen Feuer 1685 brannte die Stadt jedoch völlig nieder, lediglich zwei Häuser überlebten. Damals wurde der heute noch erhaltene Wehrturm am heutigen Turmwall neu errichtet und wieder zur Schlüterei ausgebaut. Heute ist der Stadtturm der einzige erhaltene Rest der einst so mächtigen Stadtbefestigung. Er wurde und wird gepflegt und ist ein gut erhaltenes Denkmal in Uedem. Eines, das bewohnt wird und bei Touristen als Fotomotiv schon des öfteren herhalten musste.

Auf der Homepage der Gemeinde Uedem kann man mehr über die Schlüterei im Stadtturm erfahren: „Der dreigeschossige Backsteinturm schließt hinter einem umlaufenden Zinnenkranz mit einem steilen Walmdach ab. Er wurde vermutlich 1414 als landesherrliches Gebäude errichtet und diente als Sitz des Amtmannes sowie des Schlüters. Von hier aus wurden die landesherrlichen Hofgüter in den Ämtern Uedem, Sonsbeck, Kervendonk und Winnekendonk verwaltet. Der Schlüter ließ sich die Abgaben von den Pächtern in Naturalien oder Geld auszahlen.“

Nur vorübergehend war die Schlüterei ab dem 15. Jahrhundert in einem eigenen Gebäude auf dem späteren Pastoratsgelände zwischen Viehstraße und Burgwall untergebracht. Nach dem Stadtbrand von 1685 zog die Schlüterei jedoch in die wieder aufgebaute Burg zurück.

Die Verwaltungsreform aus dem Jahre 1713 brachte das Ende für die Schlüterei und den Schlüter. Die Steuerverwaltung übernahm ihre Aufgaben.