Training fürs U-Boot-Fahren

Submarine Team der Hochschule mit Leandra Hamannn
Submarine Team der Hochschule mit Leandra Hamannn
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Submarine-Team der Hochschule Rhein-Waal testete im Schwimmbad. Einziges deutsches Team im Juni beim internationalen U-Boot-Rennen in Washington DC

Kleve..  Unter Wasser Fahrrad fahren. Das dient der Wissenschaft. Studenten der Hochschule Rhein-Waal aus Kleve trafen sich zum Praxistest im Schwimmbad. Einige Besucher des Emmericher Freizeitbades Embricana staunten, als das Aqua-Cycling-Bike samt Fahrer vollständig unter Wasser tauchte und sich fort bewegte. Der Fahrer war mit Neoprenanzug und Sauerstoffgerät ausgestattet. Teamleiterin Leandra Hamann steckte ebenfalls im Neoprenanzug und begleitete, mit Sauerstoffflasche versorgt, das Treiben unter Wasser.

Bionik

Es wurde keine neue Sportart erprobt, sondern es handelte sich um Tests des Submarine-Teams der Hochschule Rhein-Waal. Seit 2013 bauen Studenten der Hochschule bionische Unterwasserboote – die NRZ berichete bereits von Vorgängermodellen. Dabei nutzen die Studenten jeweils Prinzipien aus der Natur, die sie versuchen in die Technik zu übertragen.

Während das erste U-Boot, das 2013 entstand, seinen Urspung bei den Haien fand, orientiert sich der Nachfolger „INIA“ an einen Delphin. 2014 gewann das Submarine-Team mit „INIA“ in England den Innovationspreis. Auch in diesem Jahr werden die Studentinnen und Studenten der Hochschule Rhein-Waal als einziges deutsches Team im Juni am internationalen U-Boot-Rennen in Washington DC teilnehmen. Dazu sollte das U-Boot erstmals optimiert werden. Dazu nutzten sie nun zunächst ein Cycling-Bike des Embricana, das ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. „Mit dem Cycling-Bike können wir untersuchen, in welcher Frequenz wir paddeln können, das ist wichtig für die Konstruktion der Flossen“, erklärt Team-Captain Leandra Hamann, warum die Tests so wichtig sind.

Eine weitere Erkenntnis, die gewonnen werden konnte, ist, wie viel Sauerstoff der Capitain benötigt, der das U-Boot mit seinen Beinen antreibt: „Bisher hatten wir immer genügend Sauerstoff dabei und konnten leere gegen volle Flaschen tauschen. Mit Hilfe der Test können wir genau berechnen, wie viel Sauerstoff in welcher Zeit verbraucht wird“, so Leandra Hamann, die das U-Boot im Wechsel mit ihrem Co-Captain Etienne Babnik in Washington DC steuern wird. Dann wird das Schwimmbecken im Übrigen etwas größer sein, denn die internationalen Rennen finden in so genannten Militärpools statt, die bis zu 200 Meter lang sind.

„Wir freuen uns, dass wir das Team bei der Forschung unterstützen konnten und wünschen den Studenten in Washington viel Erfolg“, war Embricana-Geschäftsführer Udo Jessner begeistert.