Tötung in Materborn - Verfahren eingestellt
10.02.2012 | 18:36 Uhr 2012-02-10T18:36:00+0100Kleve.Das Verfahren gegen den 76-jährigen Mann aus Materborn, der am 9. Januar seine 81-jährige, demente Ehefrau mit Messerstichen getötet hatte (wir berichteten), ist eingestellt worden. Dies teilte gestern Staatsanwalt Martin Körber der NRZ auf Anfrage mit. Der 76-Jährige war zur Tatzeit schuldunfähig. Von ihm gehe keine Gefährdung für andere Menschen aus, so Körber.
Die Mordkommission stellte fest, dass das Ehepaar eine gute Ehe geführt habe. Sie waren 50 Jahre verheiratet. Aus der Vernehmung des 76-Jährigen habe sich ergeben, dass das Paar eine Absprache getroffen habe, im Falle körperlicher oder geistiger Demenz sich gegenseitig das Leben zu nehmen. Im Dezember wurde die Frau aufgrund ihrer Demenz in ein Pflegeheim gebracht. Am 8. Januar hatte der Mann sie aus dieser Einrichtung abgeholt. Vermutlich mit dem Ziel, sie zu töten. Wie damals berichtet, hatte auch er versucht sich anschließend mit einem Messer selbst umzubringen.
Staatsanwalt Körber weist ausdrücklich darauf hin, dass die Einstellung dieses Verfahrens nicht als Freibrief für ältere, demente Menschen verstanden werden darf, sich umzubringen oder seinen Partner von einem Leiden zu erlösen. „Mitnichten“, so Körber. „Der Mann ist stark krank“. Er befinde sich heute nicht mehr in einer JVA, sondern in einem geschlossenen Heim. Ihm wurde ein Betreuer zur Seite gestellt, der sich um sein Wohl kümmere und bestimme, wo er sich aufhalten darf. Der 76-Jährige werde sein Haus in Materborn nie wieder sehen und er darf auch nicht alleine das Heim verlassen.
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