Theo, der Erloschene!
14.02.2010 | 17:50 Uhr 2010-02-14T17:50:00+0100
Kleve. Die Klever Narren erstürmten am Samstag das Rathaus: Mit einem Sprengkommando rückten sie Theo Brauer auf den Pelz. Der Klever Feuerwehrmann musste sich letztlich geschlagen geben.
Die „fette” Elsa spuckte Funken am Samstag, hieß es aus Insiderkreisen. Kein Wunder. Schließlich erklärte sich die alte Dame auf ihrem Brunnen am Fischmarkt stehend, solidarisch mit Prinz Jochen dem Funkenden. Damit steht seit dem großen Tag des Rathaussturm fest: Theo ist out, Jochen ist in.
Der Reihe nach ... Samstagmorgen um 10.30 Uhr: Ein Sprengkommando – alles Herren mit roten Overalls und weißen Bauhelmen, auf dem Buckel ausgestattet mit Sprengkästchen trudelt am Elsabrunnen ein. Mittendrin Prinz Jochen, der die letzten Anweisungen für den Rathaussturm gibt. Jede Menge Narren der Vereine der Schwanenstadt und aus Bedburg-Hau sichern der Tollität ihre Unterstützung zu und begleiten ihn auf dem Weg in Richtung Rathaus. Im Gespräch verrät Prinz Jochen drei „funkende” Worte, die beim Sturm auf das „olle” Rathaus eine Rolle spielen werden: neu, explosiv und Angst.
Funkende Dynamit-Experten
Letzteres sollte zunächst eintreten. Angst hatte Bürgermeister Theo Brauer. Schließlich zeigte er sich in Feuerwehr-Montur. Natürlich um Jochens gefährliche Funken abzuwehren. Wer die Schwanenfunker, ihren Prinzen und dessen Gefolge kennt, weiß: Da wird nichts dem Zufall überlassen. Ein Funker-Kommando hatte um 10.55 Uhr den Eingangsbereich des ehemaligen Krankenhauses (Anmerk.: man sagt auch heute im Rathaus wer der ein oder andere krank) hermetisch abgeriegelt: Die Zündschnur war auf dem Dach des Vorbaus bereits ausgelegt worden. Hektisches Treiben auf der Kavarinerstraße zu diesem Zeitpunkt. Auch hier rannten die „funkenden Dynamit-Experten” auf und ab.
Um 11.13 Uhr hielt Bürgermeister Theo Brauer noch den Rathausschlüssel in die Höh'. Kein Zittern erkennbar. Begleitet von den bereits in Trauer befindlichen Schwatten, den „grünen” Chinesen, die „Bierdung für alle” fordern, einer Truppe mit weißen Staubabwehrkostümen und roten Schals zeigte man sich sicher, dass Rathaus nicht abgeben zu müssen. Alle Mühen halfen nichts. Auch nicht die von Bürgermeister Brauer verkündete Anerkennung des Rathauses als Unesco-Weltkulturerbe oder gar als Weltnaturerbe, in dem im Amtszimmer schon hunderte von Klevern das Licht der Welt erblickten. Brauer musste sich gegenüber Prinz Jochen dem Funkenden geschlagen geben. Wie wahr die Worte der Tollität: „Ab heute heißt er 'Theo der Erloschene'.” Um 11.50 Uhr und 11 Sekunden, nach drei Sprengungen, war der Weg ins Rathaus frei. Wenigstens bis Aschermittwoch. Die Narren dankten es Jochen mit jeder Menge guter Laune.
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