Teichmolch legt jetzt Eier ab

Kreis Kleve..  Obwohl das Wasser in den Kolken, Tümpeln und Teichen am Niederrhein noch recht kalt ist, regt sich dort nun schon allerlei Leben. Die Frösche und Kröten haben abgelaicht und nach und nach kommen immer mehr Laichballen an der Wasseroberfläche zum Vorschein. Die gelbe Sumpfdotterblume trägt erste Blüten und hier und da lässt sich auch schon mal ein Wasserläufer sehen. Im Abendlicht erkennt man dann auch die ersten Mücken, die tänzelnd im kleinen Schwarm über dem Wasser zu hüpfen scheinen.

Freundlicher Gesichtsausdruck

Ups, und dort kam doch eben ein Tierchen aus der trüben Tiefe des Tümpels an die Wasseroberfläche, schnappt etwas und dreht blitzartig wieder ins Tiefere ab. Das Tier war matt gelblich-grün oder hellolivfarben und hatte einen fleischigen, schlanken Körper. Kurzentschlossen greife ich zum Kescher und hole das Tier einmal aus dem Wasser: Ein schlanker Lurch mit langem Schwanz und einem durchaus freundlichen Gesichtsausdruck kommt zum Vorschein. Neben den schon beschriebenen Merkmalen fällt die gelb-orangefarbene Unterseite bis zum Schwanzansatz auf und dass das Tier am Bauch bis zum Kinn gepunktet ist. Kein Zweifel, ein weiblicher Teichmolch.

Die Teichmolche treffen ab Ende März an den Laichgewässern ein und die Weibchen sind jetzt mit der Eiablage beschäftigt. Danach gehen die Tiere wieder an Land und leben dort weiter. Die Eier und Larven entwickeln sich im Wasser, während die Alttiere vor allem an Land unterwegs sind und dann oft nur noch zur Paarung und Eiablage Süßgewässer aufsuchen.

Die amphibische Lebensweise war namensgebend für die Gruppe der Schwanzlurche, zu denen die Molche, aber auch die Salamander gehören, sowie die Froschlurche mit den Fröschen, Unken und Kröten.

Die Eier des Teichmolchs werden einzeln an abgeknickten Blättchen von Unterwasserpflanzen geklebt. Aus den Eiern schlüpfen dann Larven, die schon bald den Eltern ähnlich sehen, aber am Kopfansatz nach außen abstehende Kiemen haben. Neben dem Größenunterschied ist das ein gutes Merkmal, um Alttiere von Jungtieren unterscheiden zu können.

Bei Untersuchungen, die die NABU-Station Kranenburg zur Bewertung von Gewässern macht, ist das ein wichtiger Punkt: Die Jungtiere zeigen, dass das Gewässer zur Vermehrung der Molche dient. Wenn man in einem Gewässer nur Alttiere findet, kann es sein, dass ungünstige Bedingungen herrschen, damit die Molche sich dort auch vermehren könnten.

Sogar in Naturschutzgebieten

Ein Grund dafür ist häufig der Fischbesatz. Viele Gewässer am Niederrhein werden beangelt. Damit das auch richtig Spass macht, werden Jungfische eingesetzt, selbst in Naturschutzgebieten. Für die Amphibien ist das problematisch, weil sowohl Laich als auch Larven gerne von Fischen gefressen werden. Das gilt natürlich auch für den Gartenteich. Wer dort gerne heimische Libellenlarven beobachten möchte und ein krautreiches Laichgewässer für Amphibien haben will, der sollte auf Goldfische, Koi und andere Zuchtfische einfach verzichten.