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Tangente stößt auf Widerstand

10.02.2010 | 09:35 Uhr
Tangente stößt auf Widerstand

Kleve. Ihre vielen Bäume stehen für eine mehr als 300-jährige Geschichte. Wie ein malerisches Idyll erstreckt sich die Eichenallee entlang des Wirtschaftsweges zwischen der Bundesstraße 9 und der Kreisstraße 3. Autos gibt es hier keine. Es herrscht Ruhe. Noch.

Denn schon bald könnte nicht unweit der ehrwürdigen Eichen-Veteranen eine vielbefahrene Straße entstehen – und zwar mitten durch den neuen Tiergarten.

Von Schloss Gnadenthal aus soll eine Tangente, so sehen es Planungen der Stadt vor, parallel zur Eichenallee verlaufen und an der Hauptschule in die Straße Landwehr münden. Der Bereich würde damit optisch geteilt. „Das historische Erscheinungsbild wäre damit unwiderruflich zerstört”, so Josef Gietemann vom Heimatvereins Rindern, der scharfe Kritik an dem Bebauungsvorhaben übt.

Verkehrsaufkommen halbieren

Am 23. September stimmte der Rat der Stadt Kleve dem Bau der Trasse durch den neuen Tiergarten zu. Seither plant die Stadt Kleve für den Landesbetrieb Straßenbau die Bundesstraße, übernimmt das Planfeststellungsverfahren, die Bürgerbeteiligung und die Lärmprognose. Das Ziel der Trasse ist klar formuliert: „Durch die neue Straße soll der Verkehr auf der Tiergartenstraße in Höhe Kurhaus deutlich abnehmen”, so der technische Beigeordnete Jürgen Rauer, der sich mit der neu zu bauenden Umgehungsstraße für den Klever Tiergarten beschäftigt. Und mehr noch: Die gut 1,2 Kilometer Asphalt sollen zudem die Kreuzung B9 und Gruftstraße entlasten, die täglich von 12 000 Autos und Lastwagen in Anspruch genommen wird. Verkehrsschätzungen zufolge werde sich das Verkehrsaufkommen nach der neuen Tangente dort dann auf 6000 Pkw halbieren.

Doch zu welchem Preis? Bereits im Vorfeld gibt es Ärger. Die Heimatvereine Rindern und Donsbrüggen befürchten Schlimmes. „Die geplante Umgehungsstraße wird zu mehr Verkehr in den Ortschaften und dadurch zu einer zusätzlichen Lärmbelästigung für die Anwohner führen”, so Gietemann. Auch Josef Verweyen vom Heimatverein Donsbrüggen rechnet nicht damit, dass die Tangente Entspannung auf der Bundesstraße B 9 durch den Klever Stadtteil bringt. Im Gegenteil. „Ich bin mir sicher, dass sich durch die neue Trasse der Lkw-Verkehr aus den Niederlanden noch einmal erheblich für Donsbrüggen, Nütterden und Kranenburg verstärken wird”, so Josef Verweyen zur NRZ. Der Heimatverein widerspreche daher erheblich den Planungen der Stadt. „Wenn neue Trasse, dann bitte eine, die auch eine Entlastung für die Ortschaften bringt”, so Verweyen. Doch nicht nur die wiederholte Belastung für die Anwohner nennen die Heimatvereine als Grund. Auch dass die Straßentrasse durch einen Denkmalschutzbereich führt, der zudem einen Rückzugsraum für vom Aussterben bedrohte Tiere bietet, sind für die Vereine Gründe, das Vorhaben zu stoppen.

Die Stadt informiert

Ihren Unmut über die Planungen wollen die Vertreter der Heimatvereine heute Abend äußern. Die Stadt Kleve wird zusammen mit dem Landesbetrieb Straßenbau über das Vorhaben informieren. „Die Bürger haben dann Zeit sich zu äußern und Kritik zu üben”, so Jürgen Rauer. Ihre Meinung soll nicht ungehört bleiben. So werden Vorschläge und etwaige Bedenken in die Beschlussvorlage für den Rat, vorbereitet durch die Verwaltung, einfließen. „Was dann folgt ist Politik. Diese muss entscheiden, wie es weitergeht. Also ob es nun heißt: Verkehrsentlastung oder Schutz der Gärten”, so Jürgen Rauer.

Die Informationsveranstaltung zum Thema B 9n und der geplanten Straßentrasse neben der Eichenalle findet heute, 10. Februar, um 19 Uhr in der Wilhelm-Frede-Hauptschule in Rindern an der Eichenallee 1 statt.

Sarah Eul

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