Stromnetz ist in lokalen Händen

EVK-Geschäftsführer Carlo Marks (von re.), Bürgermeister Günter Steins, Rainer Hegmann von der RWE und Henning Trupke (Geschäftsführer EVK)
EVK-Geschäftsführer Carlo Marks (von re.), Bürgermeister Günter Steins, Rainer Hegmann von der RWE und Henning Trupke (Geschäftsführer EVK)
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Gesellschaft Energieversorgung Kranenburg hat das Netz von RWE übernommen

Kranenburg..  Carlo Marks guckt immer noch ganz angestrengt: Der Geschäftsführer der Energieversorgung Kranenburg (EVK) versucht gerade den Journalisten zu erklären, was seine Gesellschaft über mehrere Jahre mit der RWE ausgehandelt hat. Vor ihm liegt ein dickes Vertragswerk, in dem die Details zum Kauf des Kranenburger Stromnetzes festgehalten wurden. Einen ganzen Tag lang habe der Notar benötigt, um im Beisein der Vertragspartner das gesamte Werk vorzulesen, um es dann später auch unterzeichnen zu können.

Umfassendes Vertragswerk

Der Energieversorgung Kranenburg gehört seit dem 1. Januar das Stromnetz in der Gemeinde. Drei Jahre lang haben die Vertragspartner im Vorfeld verhandelt: „Das war nicht ganz einfach“, sagt Carlo Marks. Denn es ging nicht nur um die Festletzung des Kaufpreises, sondern auch zahlreiche Abgrenzungsfragen: Was umfasst überhaupt das Stromnetz Kranenburg? In welchem Zustand befindet sich das Netz? Und: Wer betreibt künftig das Netz?

Netzbetreiber bleibt künftig die RWE. „Wir hätten als lokale Stadtwerke Personal aufbauen müssen, welches die RWE bereits besitzt. Das wäre nicht klug gewesen“, so Carlo Marks. Das Stromnetz befinde sich insgesamt in einem sehr guten Zustand. Die Investitionen, die getätigt werden müssen, bewegen sich im üblichen Rahmen, so Marks.

Der Vorteil der Netzübernahme liegt für Marks vor allem beim künftigen Ausbau. Gemeinsam mit den Gasnetz könne man nun kostengünstiger Leitungen verlegen. Und auch die Installation eines künftigen Windparks könne man einfacher gestalten, wenn man selber für den Netzausbau verantwortlich ist, so Marks.

Sichere Versorgung

Die EVK habe zurzeit 1000 Kunden in Kranenburg. „Wir wollen hier der Grundversorger werden“, so Marks. Bürgermeister Günter Steins ist zufrieden mit dem Kauf. Seine Gemeinde hält 10 Prozent an EVK: „Ziel muss es sein, dass wir die Sicherheit der Stromversorgung zu günstigen Preisen gewährleisten können“, so Steins. Kranenburg werde künftig eine sehr gute Versorgung haben.