Streikende weiterhin motiviert

Die Wolkengruppe der Kindertagesstätte Morgenstern war gestern leer.
Die Wolkengruppe der Kindertagesstätte Morgenstern war gestern leer.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die meisten Eltern hätten Verständnis, sagen die Gewerkschaftssprecher. Mittwoch große Kundgebung der Erzieher/innen in Kleve

Kleve..  Die zweite Woche im Streik der Erzieherinnen ist angebrochen. Erneut sind Eltern auf die Hilfe von Verwandten angewiesen, übernehmen reihum die Betreuung ihrer Kids für andere Kita-Eltern mit oder schicken ihren Nachwuchs in die Notgruppe der Kita Morgenstern an der Rolandstraße – 30 Kids waren gestern dort. „Das ein oder andere Elternteil hat mit Betreuungsschwierigkeiten zu kämpfen, aber das Verständnis für die Streikenden überwiegt. Man erkennt, dass er notwendig ist“, sagt Thomas Keuer von der Gewerkschaft verdi. Die streikenden Erzieher/innen seien weiterhin „hoch motiviert.“ Er weiß: Das Lohnniveau, das jetzt für die städtischen Kindergärten erkämpft wird, übernehmen erfahrungsgemäß auch die katholischen und evangelischen Träger und die Awo. Nur die Lebenshilfe zahle weniger.

Gestern streikten 70 Personen im Kreis Kleve. Mit ihren Arbeitsniederlegungen wollen sie die Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst durchsetzen. Das würde eine durchschnittliche Erhöhung der Löhne um zehn Prozent bedeuten.

Sie bereiteten eine große Kundgebung für Mittwoch in Kleve vor. Gegen 10 Uhr treffen sich Mitarbeiter/innen aus allen drei städtischen Kitas auf dem Platz vor der evangelischen Versöhnungskirche am Markt Linde, Ecke Hagsche Straße, kündigt ver.di-Gewerkschaftssekretär Fabian Gödeke an. Auch Kolleg/innen aus Duisburg wollen solidarisch mitmachen und voraussichtlich ebenso Erzieherinnen aus Dinslaken und Voerde. Sie ziehen dann die Stadt hinunter zur Kundgebung auf dem Koekkoekplatz. Dorthin ist auch Kleves Bürgermeister eingeladen worden. Die Streikenden tragen auf dem Weg durch die Stadt Banner und Schilder. „Sie sind da immer sehr kreativ“, so Gödeke. Auch Infomaterial wird verteilt. „Die KollegInnen aus den städtischen Klever Kitas Morgenstern, Zauberfarben und Kleeblatt leisten jeden Tag engagierte und verantwortungsvolle Arbeit, das muss auch finanziell gewürdigt werden“, so Gewerkschafter Fabian Gödeke.

Verdi-Pressesprecher Günter Isemeyer favorisiert den Vorschlag von Wirtschaftsminister Gabriel vom Wochenende, dass Kommunen Geld für Lohnerhöhungen frei bekommen sollen, indem der Bund Zahlungen an Flüchtlinge übernähme. „Wenn die Kassen leer sind, muss man kreativer sein. Das ist aber nicht unsere Aufgabe, sondern die der Stadtoberen“, so Isemeyer. „Viele Bürgermeister haben sich klar geäußert. Sie müssen nun ihren Verband unter Druck setzen, das ist der, mit dem wir verhandeln.“