Stop gilt für Außenbereiche

Kaufland Olmer Straßean der Olmerstraße zieht viele Kunden auch aus den Niederlanden. Aber der Standort hat langfristig keine Zukunft.
Kaufland Olmer Straßean der Olmerstraße zieht viele Kunden auch aus den Niederlanden. Aber der Standort hat langfristig keine Zukunft.
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
FNP liegt ab Montag aus. Supermärkte außerhalb sind „langfristig aufzugeben“. Bei Windkraft im Wald rudert das Land vielleicht zurück. Angler wollen ihre Ruhe

Kleve..  Im November 2011 füllten Interessierte zum Thema Flächennutzungsplan noch die Stadthalle, auch im Januar 2013 beim Fortscheiben der Planarbeiten war es noch gut voll im Haus. Donnerstagabend nun kamen 50 Personen zusammen, inclusive Verwaltungs- und Ratsvertretern. Ein paar letzte Fragen konnten sie los werden und bekamen ausführlich Antwort. Jetzt geht es an die Offenlage:

Ab Montag, 29. Juni, bis zum 31. August liegen der Entwurf des Flächennutzungsplanes (FNP), die Begründung, ein Umweltbericht und schon abgegebene umweltbezogene Stellungnahmen aus: im Interims-Rathaus, Landwehr 4-6 im zweiten Oberschoss, Zimmer 217 und 218. Da können alle Bürger die Änderungen durchsehen und Kommentare abgeben. Dann werden die Einwendungen abgewogen, dann ist Wahlkampf, dann Haushaltsberatungen. So wird der FNP Anfang 2016 in die Politik gehen.

So sehr sich auch die Themen nun wiederholten, gab es doch Aussagen, die so klar bisher noch nicht zu hören waren. Für den Supermarkt „Kaufland“ am Ortsausgaben von Kellen, Olmerstraße, gibt es zwar eine Bestandsgarantie, aber für die Zukunft ist dort „landwirtschaftliche Fläche“ vorgesehen. Das missfiel einem Vertreter der 150-Filialen-Warenhauskette im Publikum. Der Fachmarkt Kellen sei „extrem gut frequentiert“. Baudezernent Jürgen Rauer sagte ihm deutlich: Laut Einzelhandelskonzept waren Supermärkte in Randbereichen in den 70er Jahren gewollt, heute „aber langfristig aufzugeben. Sie sind tatsächlich nicht mehr gewünscht“, weil sie Sortimente führen, die es in der Innenstadt gibt. „Das ist eine der bitteren Pillen im Plan, über die wir uns im Klaren sind“. Auch bei Lebensmitteln sei Kellen nicht unterversorgt.

Geschluckt haben die Rinderner und Donsbrügger auch nicht die Querspange Eichenallee. Welche Schritte es brauche, bis dort Baurecht bestehe, fragte ein Anlieger. Antwort des Architekten Prof. Hartmut Welters von Planerbüro: Bebauungsplan oder Planfeststellung und Beteiligung der Anlieger. Mehrere Bürger hakten nach.

Die „B 220 neu“ abwarten

Wenn die Bürger schon in 2013 und seither alle Parteien gesagt haben, dass sie die Querspange nicht wollten, warum verankere die Verwaltung die ungewünschte Straße als Option? Jürgen Rauer gab den Schwarzen Peter an die Politik: „Weil der Rat die Trasse nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben hat“. Wenn die B 220 neu in Kellen fertig ist und Verkehre sich entwickelt haben, werde man sehen, ob die Querspange sinnvoll wäre.

Auch bei Windrädern im Reichswald sieht Rauer die Verantwortung in der Politik – und Bewegung. „Gerade der Reichswald ist ein besonderes Kulturgut“, so Rauer. „Ich kann mir vorstellen“, sagte er, dass die Landesregierung bei der Freigabe von Waldflächen für Windenergieanlagen „noch mal einen Schritt zurück geht“. Allerdings sei das Windrad bei Salmorth keine Sache für den FNP, weil es um eine Einzelanlage geht.

Ob die großen Teiche in Rindern zugängig werden, wenn ein touristischer Schwerpunkt nahe dem Wohnmobilstellplatz entstehe, lautete eine Bürgerfrage. Fachbereichsleiter Dirk Posdena sagte, Angelvereine hätten die Aufgabe übernommen, die Auskiesungsflächen zu rekultivieren. Der FNP sei langfristig auf Jahrzehnte anlegt. Aus dem Publikum antwortete ein Vertreter des Angelvereins, die Teiche seien im Vereinsbesitz. „Wir haben kein Interesse, dass da ein öffentlicher Wanderweg entsteht. Wir möchten unsere Ruhe haben und unser Gewässer. Man kann ja Mitglied werden, dann ist man privilegiert, da zu spazieren.“

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