Städte und Gemeinden gut unterwegs

Kreis Kleve/Uedem..  Ungeachtet der auch für die Kreis Klever Städte und Gemeinden schwieriger werdenden finanziellen Situationen glaubt Prof. Dr. Ralf Bauer von der Hochschule Rhein-Waal nachhaltig an deren Bonität und Kreditwürdigkeit. Bauer, gelernter Bankkaufmann, Diplom-Betriebswirt, Ex-Unternehmensberater im Banksektor und heute als Professor der Hochschule Rhein-Waal im Vorlesungsverzeichnis mit Banken-Themen, Finanzierungsfragen, Controlling und Kostenrechnung platziert, hält die enge Zusammenarbeit auch mit den Sparkassen und Volksbanken der Region für die tragfähigste Plattform. Völlig unvergleichbar sei die finanzielle Ausstattung der Städte und Gemeinden der Region mit den Schwierigkeiten, wie es sie bereits im Ruhrgebiet gebe. Im Kreis Kleve gibt es zur Stunde nicht einen Standort, der in der Haushaltssicherung steht. Wichtiger denn je werde es, Bund und Land stärker an den Sozialaufwendungen zu beteiligen. Diese Ansicht vertrat Uedems Bürgermeister Rainer Weber im Rahmen des aktuellen Unternehmerabends mit der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve im Uedemer Bürgerhaus. Die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde Uedem stieg in den letzten Jahren auf nunmehr 500 Euro – eine Summe, die den Bürgermeister zu schmerzen scheint, die im weiteren Vergleich allerdings eher beispielhaft, vorbildlich zu nennen ist.

Exakt zwei Stunden lang tauschten sich die Uedemer Firmenchefs im Bürgerhaus aus. Prof. Dr. Bauer gab wichtige Tipps für die Gespräche zwischen Firmenchefs und Kreditinstituten. Das Rating, eine Messzahl für das Ausfallrisiko eines Kredites, wirke sich auf die Berechnung der vom Kunden zu zahlenden Risikoprämie für den Kredit aus. Folglich ist es notwendig, mit Zahlen und Fakten die Entscheider der Bank möglichst umfänglich über die Situation des Unternehmens zu informieren.

Für Bürgermeister Weber ist der ein oder andere Leerstand im Uedemer Einzelhandel derzeit eine besondere Herausforderung. So gebe es zur Stunde zwei Ladenlokale an der Mühlenstraße, die auf neue Akteure in der 8100-Einwohner-Gemeinde warteten. So sei beispielsweise an eine Drogerie gedacht, die einen Einstieg in die Lösung der Problemlage bedeuten könnte.

Um die erfolgreiche Politik der Bestandspflege und Neuakquisition in Uedem fortführen zu können, haben Rainer Weber und Wirtschaftsförderer Thomas Kolender weitere 7,4 Hektar Fläche im südlichen Teil der Molkereistraße für die Gemeinde erworben. Auch die laufenden Verhandlungen mit der Bezirksregierung Düsseldorf werden zur Erschließung der neuen Gewerbeflächen abgewartet werden müssen, ob der erfolgreiche Weg der Schustergemeinde bei der Steigerung der Arbeitsplätze fortgesetzt werden kann. Nach Auskunft der Kreis-Wirtschaftsförderung hat Uedem derzeit 2.346 Arbeitsplätze.