Sportförderung für ein Jahr

Der 1. FC Kleve wird auf die Beihilfen für die Jahre 2011 und 2012 verzichten müssen. Ein zivilrechtlicher Streit droht dem Verein noch mit der Stadt Kleve.
Der 1. FC Kleve wird auf die Beihilfen für die Jahre 2011 und 2012 verzichten müssen. Ein zivilrechtlicher Streit droht dem Verein noch mit der Stadt Kleve.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Das Verwaltungsgericht Düsseldorf urteilte im Prozess zwischen der Stadt und dem Fussballverein 1. FC Kleve

Kleve..  Das Verwaltungsgericht in Düsseldorf hat gestern eine Entscheidung in der juristischen Auseinandersetzung zwischen dem Verein 1. FC Kleve und der Stadt Kleve getroffen. Der Verein hatte vor dem Gericht für die Zahlung von Sportbeihilfen für die Jahre 2011, 2012 und 2013 geklagt. Diese wurden von der Stadt Kleve aufgrund einer Forderung in Höhe von 158 000 Euro einbehalten.

Verzicht auf 16 400 Euro

Das Verwaltungsgericht entschied, dass die Stadt Kleve die sportlichen Beihilfen für das Jahr 2013 in Höhe von 7590 Euro an den Verein auszahlen muss. Für die Jahre 2011 (8285 Euro) und 2012 (8130 Euro) muss sie das nicht. Somit würde der Verein auf Beihilfen in Höhe von gut 16 400 Euro verzichten müssen.

Der Vorsitzende Richter Norbert Klein erklärte, dass aufgrund der Insolvenz des Vereins in den Jahren 2011 und 2012 die Stadt Kleve nicht zahlen muss, da dies in den städtischen Richtlinien für Sportbeihilfen so geregelt ist. Diese verlangen unter anderem eine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vereins. Im Jahr 2013 wurde die Insolvenz aufgehoben, daher müsse man für dieses Jahr auch wieder die Beihilfen gewähren, so das Gericht.

Die Streitfrage bezüglich der Forderung in Höhe von 158 000 Euro behandelte das Gericht nicht. Es handele sich hierbei um eine zivilrechtlichen Fall, dieser müsse dann auch von einem Zivilgericht geklärt werden.

Der städtische Rechtsdirektor Wolfgang Goffin erklärt, dass sich die Stadt Kleve bei der Rückübertragung eines Grundstückes an der Merowingerstraße (jetzt Klimaschutzsiedlung) mit einer Belastung von 158 000 Euro konfrontiert sah. Mit dieser Summe hatte der Verein das Grundstück belastet. „Wir haben letztlich diese Summe aufwenden müssen. Und ich sehe nicht ein, warum Kleve dies mit öffentlichen Mitteln tun sollte“, so Goffin. Angesichts der aktuellen Spardiskussionen empfinde er es als völlig unvertretbar, dem Verein das Geld zu überlassen. Die Verwaltung werde jetzt darüber entscheiden.

Goffin hätte sich gerne mit dem 1. FC außergerichtlich geeinigt. Einem Vergleich wollte der Verein allerdings nicht zustimmen. Dieser sah vor, dass man die 158 000 Euro mit den Auszahlungen der Sportbeihilfen begleiche.

„Erst mal sacken lassen“

Christoph Thyssen, Vorsitzender des 1. FC Kleve, wollte das Urteil gestern nicht weitergehend kommentieren. Nur so viel: zufrieden sei man nicht. Schließlich habe man die Beihilfen für drei Jahre eingeklagt. „Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen“, so Thyssen. Er wollte noch keine Angaben darüber machen, ob der Verein das Urteil juristisch angeht. Dafür bleibt nach Zustellung des Urteils einen Monat Zeit.

Floris Ernst, der Anwalt des Vereins und gleichzeitig auch Vorstandsmitglied, sieht jetzt zumindest bestätigt, dass der 1. FC auch Anrecht auf Beihilfen hat. Die möglicherweise fehlenden 16 000 Euro würden den Verein jetzt nicht in die erneute Insolvenz treiben, so Ernst. Sollten die 158 000 Euro von der Stadt Kleve eingefordert werden, würde dies den Verein größere Probleme stellen.