Sparkultur wurde zerstört

Kleve.  Hans Geurts, Aufsichtsratsvorsitzender, Vorstandsvorsitzender Frank Ruffing und Vorstandsmitglied Severin-Peter Seidel berichten von soliden Zahlen. Die Volksbank Kleverland hat ihrer Vertreterversammlung das Geschäftsjahr 2014 präsentiert und ihre aktuelle Entwicklung vorgestellt.

Geurts berichtete, es habe in den letzten Wochen erste Gespräche mit den Gremien der Volksbank Rhein-Lippe eG in Wesel gegeben – mit dem Ziel, zu prüfen, ob es zu einer Kooperation und dann möglicherweise auch zu einer Fusion beider Häuser kommen könne. „Weitere Schritte sind in Vorbereitung und dann soll auch ein Gutachten über die Potenziale einer Fusion erstellt werden.“ Man müsse nicht fusionieren, es wäre ein strategischer Schritt, so Frank Ruffing, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Kleverland: „Größere Institute können größere Geschäfte abwickeln.“

In seinem Bericht über das Geschäftsjahr 2014 und den Ausblick auf künftige Aktivitäten umriss er das politische und wirtschaftliche Umfeld. Er kritisierte insbesondere die Belastung durch die „Regulatorik“. Diese seien für Großbanken gedacht, müssten aber auch von Volksbanken umgesetzt werden. Hinzu komme die Niedrigzinspolitik der vergangenen Jahre, die sich wohl auch in Zukunft fortsetzen werde, so Ruffing. Sie belaste nicht nur Anleger und Altersvorsorgesparer, sondern auch alle Regionalbanken – und zerstöre in Deutschland die gewachsene Sparkultur.

Im Geschäftsjahr 2014 steigerte die Volksbank Kleverland das Betriebsergebnis auf 6,6 Mio Euro.

Ebenfalls eine neue Idee ist das sogenannte Crowdfunding. Ruffing stellte das innovative Förderkonzept vor, bei dem Vereine im Internet für gemeinnützige und nachhaltige Projekte werben: „Wir wollen den Genossenschaftsgedanken erlebbar machen, das regionale Engagement stärken und uns vom Wettbewerb abheben.“

Die Vertreterversammlung hatte einstimmig die in diesem Jahr zur Wiederwahl stehenden Aufsichtsratsmitglieder Hans Geurts, Ralf Kersten, Dr. Yvonne Peters wiedergewählt. Geurts berichtete, der Vertrag mit Frank Ruffing sei bis zum 31.12.2023 verlängert worden.

In seiner Rede ging der Aufsichtsratsvorsitzende auch auf die stetigen Änderungen in der Bankenlandschaft ein. „Die Anforderungen an Banken werden weiterhin steigen – Stichwort Basel III und später auch Basel IV“, so Geurts, „da gilt es auch eine heute erfolgreiche Bank für die Zukunft auf die richtige Schiene zu setzen.“

Beim Bau der neuen Volksbankfiliale am Spoyufer (Foto) ist man im Zeit- und Kostenrahmen.

Als Ehrengast begrüßte in diesem Jahr Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken die Mitgliedervertreter.