Sparkasse Kleve ist zufrieden

Die Sparkasse Kleve führt die neue Geldkarte "GiroGo" ein. Rudi van Zoggel und Wilfried Röth testen sie.
Die Sparkasse Kleve führt die neue Geldkarte "GiroGo" ein. Rudi van Zoggel und Wilfried Röth testen sie.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die niedrigen Zinsen machen dem Institut zu schaffen, trotz eines Gewinns von 4,3 Millionen Euro. Eine neue Geldkarte wird eingeführt

Kleve..  Die Sparkasse Kleve wird in diesem Jahr eine neue Geldkarte einführen. Damit sollen Kunden künftig vor allem bei Kleinbeträgen unkompliziert bargeldlos bezahlen können. Die Karte „GiroGo“ sei geeignet für den Einkauf beim Bäcker oder Metzger, so Sparkassen-Chef Rudi van Zoggel. Die Geldkarte kann bis 20 Euro aufgeladen werden. Im Geschäft wird dann lediglich noch der Chip an ein Lesegerät gehalten. Es wird keine Pin-Nummer mehr abgefragt. Ein Pilotprojekt hat die Sparkasse bereits mit der Bäckerei Dercks gestartet.

Das bargeldlose Bezahlen wird immer wichtiger. Bei der Bilanzpressekonferenz stellte van Zoggel die neuesten Zahlen für das vergangene Jahr vor. So wurden im vergangenen Jahr rund 1,6 Millionen Ein- und Auszahlungen an Geldautomaten getätigt. „Und wir haben einen weiter steigenden Zuspruch“, so van Zoggel. Auch das Online-Banking ist keine Ausnahme mehr – sondern für viele Kunden die Regel. 50 Prozent der Sparkassenkunden tätigen ihre Bankgeschäfte über das Internet. Bei den Geschäftskunden sind es sogar 78 Prozent. Mit der Einführung der neuen Sparkasse-App soll das Online-Banking noch mobiler werden.

Insgesamt sei das vergangene Jahr für die Sparkasse zufriedenstellend verlaufen. Angesichts der andauernden Niedrigzinsphase sei ein Gewinn von 4,3 Millionen Euro nach Steuern akzeptabel, so van Zoggel. Er wollte aber nicht verhehlen, dass das Geschäftsmodell der Sparkassen unter der Zinspolitik der Zentralbank zu leiden habe.

Das Vertrauen in die Sparkasse ist bei den Kunden groß. So wurden das Kundenvolumen von fast 2,3 Milliarden Euro noch einmal um 50 Millionen Euro gesteigert. Ein Plus von 2,17 Prozent. Auch die Kundeneinlagen legten um fast drei Prozent auf 934 Millionen Euro zu – obwohl es auf dem Sparbuch so gut wie keine Zinsen mehr gibt. „Das Sparen hat nach wie vor eine große Bedeutung. Man darf das Sparen nicht ganz abhaken“, sagte van Zoggel. Gleichwohl stelle er fest, dass die Bereitschaft, sein Geld in Aktienfonds anzulegen, nach wie vor gering sei. „Beim Wertpapiergeschäft herrscht immer noch Zurückhaltung beim Kunden“, so van Zoggel.

Weniger Zurückhaltung herrscht beim Immobilienkauf. „Hier verzeichnen wir erfreuliche Zuwächse, so van Zoggel. Im vergangenen Jahr habe man 106 Immobilien vermittelt. „Es werden immer mehr Eigentumswohnungen verkauft“. Die zum Teil sehr hohen Preise für Gebrauchtimmobilien seien nicht außergewöhnlich, so van Zoggel auf NRZ-Nachfrage. Die Steigerungsraten ließen auf keine ungewohnte Entwicklung rückschließen. „Eine 3 vor der Kaufsumme ist nicht mehr unrealistisch“.

Im vergangenen Jahr habe man Wohnungsbaukredite in Höhe von 55,8 Millionen Euro bereitgestellt. Durch die niedrige Zinslage sei es nun vielen Menschen möglich, in Eigentum zu investieren. Allerdings verlange die Sparkasse nun auch eine deutlich höhere Tilgungsrate von mindestens 2,5 Prozent und mehr.

Für die Zukunft erwartet van Zoggel für den Neubau eine Sättigung des Marktes: „Wir werden keine immensen Steigerungsraten erleben.“ Auch die politischen Rahmenbedingungen sehen für die Zukunft keine großen Ausweisungen von Neubaugebieten am unteren Niederrhein mehr vor. Die Modernisierung und der Verkauf von Immobilien bleibe aber ein sehr wichtiges Standbein der Sparkasse, so van Zoggel.