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Blutspende

Sieben Minuten, die Leben retten

03.08.2010 | 17:20 Uhr
Sieben Minuten, die Leben retten
Ein Piks der Leben retet.

Kleve. Es sind ein paar Minuten, die Lars Angenendt gestern investierte. In denen er sich mit Schlips und Anzughose auf eine Liege legte, ein leichtes Piksen in der Armbeuge in Kauf nahm, etwas aß, und gleich danach schon wieder seiner Arbeit nachging.

Ein paar Minuten, die der Mitarbeiter der Klever Sparkasse schnell vergessen wird, die aber vielleicht ein Menschenleben retten können.

Für Angenendt war es bereits die 17. Blutspende, doch lange nicht jeder ist so spendewillig wie er, der DRK-Blutspendedienst West klagt über schrumpfende Konserven-Vorräte in den Kühlhäusern. Daher freute sich das DRK-Team beim Sondertermin in den Räumen der Sparkasse über jeden Gast. Gerade auch weil es an diesem Tag um mehr ging als die klassische Blutspende: Die integrierte Typisierungsaktion bei der die Gewebemerkmale der Spender festgestellt werden , ist der erste Schritt zur Stammzellenspende.

Angst vor
der Nadel

„Wer solch eine Typisierung durchführen lässt, wird anschließend in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aufgenommen“, erklärt Thorsten Hemmers, Referent des DRK-Blutspendedienstes. Auf diese wird zurückgegriffen, um passende Spender für tausende Patienten zu finden, die in Deutschland jährlich an Leukämie erkranken. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewebemerkmale zweier Menschen übereinstimmen, reicht von 1:20 000 bis zu mehr als 1:50 Mio. „Daher ist es besonders wichtig, möglichst viele potenzielle Spender zu finden“, so Hemmers.

Und eben das ist gar nicht so einfach. Viele Menschen hätten Vorbehalte, Angst vor der Nadel oder auch vor dem komplexen Thema überhaupt. Dabei sei die Blutspende, sowie die Typisierung, für die lediglich zwei Röhrchen des Lebenssaftes mehr gezapft werden, alles andere als schmerzhaft. Im Gegenteil. „Es gibt Grüppchen, die sich viermal im Jahr zur Blutspende treffen, um dort gemütlich zu plaudern.“ Hemmers empfiehlt bei Ängsten auch, den ersten Termin als geschlossener Verein oder Nachbarschaft wahrzunehmen.

Komplexe Logistik

Als die letzten Kunden und Mitarbeiter der Sparkasse gestern den Raum verließen, war für das DRK-Team längst nicht Schluss. Denn hinter der Blutspende steckt eine komplexe Logistik. „Gleich nach Ende des Termins werden die Konserven in unser Zentrallabor nach Hagen gebracht und noch am selben Abend auf Anzeichen für HIV, Hepatitis und Syphilis überprüft“, so Hemmers. Ist alles in Ordnung wird das Blut zentrifugiert, also in seine Bestandteile zerlegt und dann an die Krankenhäuser verteilt. Die Nachfrage ist groß. Bereits Donnerstag wird das gesamte Blut der gestrigen Spende in den Krankenhäuser angekommen und schnell verbraucht sein.

Stefanie Männchen

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