Sie machen den Weg frei
11.12.2007 | 21:20 Uhr 2007-12-11T21:20:00+0100Die Volksbank darf ins Weezer Rathaus einziehen. Das entschied eine CDU-Mehrheit. Ein Gegenangebot der Sparkasse ist noch bis zum 15. Januar möglich.
WEEZE. Ulrich Francken dürfte die 63 Stufen vom Ratssaal bis ins Erdgeschoss Dienstagabend beschwingt hinabgestiegen sein. Bald kann Weezes Bürgermeister den Weg im gläsernen Aufzug zurücklegen und im Foyer die Mitarbeiter eines Geldinstitus grüßen. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird das die Volksbank sein. Der Rat der Gemeinde stimmte gestern dem Vorschlag des Bürgermeisters zu, das Rathaus so umzubauen, dass ein „Dienstleister” als Mieter einziehen kann. 18 CDU-Mitglieder (inklusive Bürgermeister) stimmten zu, die SPD und Guido Gleißner und Gerhard Koenen von der CDU waren dagegen. Vor der Abstimmung war das Wort „Volksbank” im Beschlussentwurf durch „Dienstleister” ersetzt worden. Denn am Abend vorher hatte die Weezer CDU eine Aussprache mit vier Vertretern der Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze. Sparkassenchef Gerd Blombach war persönlich zum Treffen gekommen, um noch einmal seinem Ärger darüber Luft zu machen, dass die Gemeinde als einer der Träger der Sparkasse der Konkurrenz Volksbank einen Vorteil bietet.Die CDU-Fraktion setzte eine Frist bis zum 15. Januar. Bis dahin hat die Sparkasse die Möglichkeit, der Gemeinde ebenfalls ein Angebot zu machen, um ins Rathaus einzuziehen. „Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass die das wirklich wollen”, so Michael Peters (CDU). Zur Atmosphäre des Treffens sagte er: „Es war ein freundliches Gespräch.” Im Ratssaal hingegen wurde heftiger diskutiert. Mit Kopfschütteln hatte der SPD-Fraktionsvorsitzende Alfons van Ooyen die Entscheidung der CDU-Mehrheit zur Kenntnis genommen. Als „Milchmädchenrechnung” bezeichnete er die Zahlen der Verwaltung zum Rathaus-Umbau. Barbara Naus hielt die Gemeindeordnung in die Luft und verwies noch einmal darauf, dass die Bürger über das Projekt längst hätten informiert werden müssen. „Hier werden erst Fakten geschaffen.” Sie stellte den Antrag, dass der Rat eine neue Möglichkeit der Gemeindeordnung nutzt: die Bürger entscheiden zu lassen. Als Beispiel nannte sie den Klever Bürgermeister, der das bei seinen Rathausplänen tue. Der SPD-Antrag durfte so kurzfristig nicht mehr auf die Tagesordnung. Also wurde abgestimmt – im Sinne des Weezer Bürgermeisters.
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