"Sie ist ein fantasievolles Kind"
06.11.2007 | 18:47 Uhr 2007-11-06T18:47:48+0100GERICHT. Klever steht wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Landgericht. Dateienfund mit Kinderpornografie.
KLEVE. "Die Vorwürfe stimmen nicht. Sie ist ein fantasievolles Kind", behauptete gestern ein 35-jähriger Klever vor Gericht. Der Landmaschinenmechaniker soll sich an seiner damals achtjährigen Stieftochter von Mai 2004 bis Januar vergangenen Jahres vergangen haben. Er muss sich unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs vor der großen Jugendkammer des Landgerichts Kleve verantworten.
Der Angeklagte hatte sich im Dezember 2003 von seiner Frau getrennt. Die hatte ein Mädchen und einen Jungen mit in die Ehe gebracht. Nach der Trennung besuchten die beiden den Klever, den sie Papa nannten, und übernachteten meist am Wochenende bei ihm. Da soll es in vier Fällen zu sexuellen Übergriffen bei der Schülerin gekommen sein.
Er habe einen Fehler gemacht, räumte der Angeklagte ein: nachts habe er sich einen Pornofilm angesehen und sich selbst befriedigt. Dabei hätte ihn die Schülerin unbemerkt beobachtet. Ferner habe das Mädchen bei anderer Gelegenheit Kondome in seiner Küche gefunden.
Zum Motiv für die falschen Anschuldigungen der Schülerin meinte der Landmaschinenmechaniker, bei dem im Rahmen einer Hausdurchsuchung Dateien mit Kinderpornografie auf dem Computer gefunden wurden ("Durch Zufall im Internet darauf gestoßen"), das Mädchen habe sich von seiner Mutter zurückgesetzt gefühlt, weil ihr jüngerer Bruder bevorzugt behandelt wurde. Sie habe mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen.
Die heute elfjährige Kleverin wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit vom Gericht angehört und auch eine Glaubwürdigkeitsgutachterin wird zu Rate gezogen. Der Prozess wird fortgesetzt.
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