Sie fehlt dem Moyländer Liebling
12.12.2010 | 15:59 Uhr 2010-12-12T15:59:00+0100
Moyland. Sie fehlt. Bei jedem Schritt durch den so heimelig ins Weihnachtsflair gehüllten Park: die Musik. Erstmals gab es keine Klänge zwischen den schönen Buden und Glühweinständen beim 13. Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt im Museumspark von Schloss Moyland.
Um „Gema“-Gebühren (Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte) zu sparen, hatten die Veranstalter zum ersten Mal auf Beschallung und Bühnenprogramm verzichtet (NRZ berichtete) – das blieb nicht unbemerkt.
Ob ihr etwas auf dem Moyländer Weihnachtsmarkt fehlte, fragte die NRZ Petra Wehmeyer. Ihre Webwerkstatt ist in Horstmar zu Hause, von wo aus sie seit einigen Jahren gerne gen Moyland gereist ist, um handgewebte Schals zu zeigen. „Ja, es fehlt etwas“, sagte sie, „die Musik.“ Und das sei durchaus elementar. „Ich habe schon viele Besucherkommentare dazu gehört – man vermisst ein bisschen weihnachtliche Stimmung.“ Dem konnte sich die Damengruppe am Glühwein-Stehtisch nebenan nur anschließen: „Mit Musik wäre es besinnlicher“, waren sie sich einig. Doch: „Wenn wir noch einige Glühweine trinken, singen wir selbst“, schlugen sie pragmatisch vor.
Einen positiven Aspekt konnte Besucherin Linda Schmitz der Situation abgewinnen: „Bei vielen unterschiedlichen Musikstücken, die von Bühne zu Bühne oder Bude zu Bude wechseln, hat man schnell eine Reizüberflutung. Das ist dann auch nicht mehr schön. So ist es unglaublich ruhig und man konzentriert sich auf eine Sache.“
Idylle hat gelitten
Nicht direkt aufgefallen war die fehlende Musik Sebastian Meyer. Auf NRZ-Nachfrage meinte er dann: „Stimmt, sie fehlt. Dabei gehört sie klassischerweise dazu.“
Inmitten ihres tollen Schmucks aus Papier schaute Katrin Enstrup am Wochenende aus ihrem Holzhäuschen im Schlosspark hervor. Die idyllische Kulisse habe gelitten, da ist sie sich sicher. „Es müsste ja kein durchgängiges Musikprogramm zu hören sein, aber immer mal wieder ein bisschen – der Kinderchor hätte diesen Zweck prima erfüllt“. Nicht für permanente Beschallung, aber ein bisschen Musik werde sie sich gemeinsam mit anderen Ausstellern beim Veranstalter einsetzen und hoffen, dass im kommenden Jahr wieder einige Klänge durch den Park hallen. Ob Katrin Enstrup sich denn ein eigenes Radio ins Büdchen stellt? „Nee. Der Gema-Gebühren wegen lieber nicht“, sagte sie. Gefühlt seien es weniger Besucher gewesen als in der Vergangenheit.
Tatsächlich auch: Offiziell meldet Sopfia Tuchard 35000 Besucher über fünf Tage im Schlosspark. Das ist ein Drittel weniger als sonst.
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