Sicherheit auf 1000 Pfählen
02.04.2010 | 16:08 Uhr 2010-04-02T16:08:00+0200
Kleve. Hinter dem zwei Kilometer langen und blickdichten Zaun der Baustelle Hochschule Rhein-Waal (HRW) in Kleve steht zur Zeit eine wirklich beeindruckende Maschine: „Nagelneu, wird hier erstmals eingesetzt“, erklärt Dipl. Ing. Gerhard Koenen, Geschäftsführer der Kreis Klever Bauverwaltungs GmbH.
Stolz zeigt der Fachmann auf ein Riesenbagger – ähnliches Fahrzeug, das einen 25 Meter langen Bohrer trägt. Eine Spezialfirma aus Siegen hat damit die Aufgabe übernommen auf dem Gelände der Baustelle 1.000 Löcher zu bohren. Es gibt deutschlandweit nur fünf bis sechs Firmen, die so etwas können.
Zum Hintergrund: „Der Boden hier in Hafennähe ist nicht wirklich tragfähig. Außerdem sind wir hier verhältnismäßig schnell am Grundwasser“, erklärt Koenen. Deswegen müsse die Hochschule auf „Stelzen“ stehen.
Die sind allerdings nicht so schmal und schon gar nicht aus Holz. Mit einem Durchmesser von jeweils 60 cm wird sich nach Ostern der Riesen-Spiralbohrer in den Klever Boden fressen – bis auf eine Tiefe von acht bis elf Metern. Jedes Bohrloch wird GPS-gesteuert genau angesetzt. Koenen: „Maximale Abweichungen dürfen nur vier cm betragen.“ Der Bohrer bohrt aber noch genauer.
6000 Kubikmeter Beton vergossen
Nach dem Erreichen der Endtiefe wird der 100 Tonnen schwere Bohrer wieder aus dem Erdreich gezogen und gleichzeitig wird mit einer Betonpumpe durch die Hohlsehne des Werkzeugs jede Menge Beton ins Loch gefüllt. Insgesamt werden 6.000 Kubikmeter Beton vergossen. Darin wird dann ein sogenannter Bewehrungskorb aus Eisen in den frischen Beton gedrückt.
„Die Maschine schafft drei Löcher pro Stunde. Das sind 30 am Tag. Also brauchen wir drei Monate, bis alle Pfähle fertiggestellt sind“, rechnet Koenen vor. Auf die Betonpfähle werden dann die Bodenplatten gelegt. Es folgen Stützen, Decken, Stützen, Decken. Ein sogenannter Beton-Skelettbau mit einem festen Kern. Die Fassade wird eine Metallfassade werden.
Doch bis dahin gibt’s noch jede Menge zu tun, wissen alle Beteiligten. Eben auch jene 1000 Bohrungen und das Herstellen der Betonpfähle gehören mit zu dem Mammut-Projekt im Klever Hafen. Schließlich wird jedes Bohrloch zuvor von einem Minibagger „Probe gebohrt“, um eventuell explosive Überbleibsel aus dem zweiten Weltkrieg rechtzeitig zu entdecken.
08:21
Und was ist mit eventuellen Altlasten, m.W. war dort unten mal ein Gaswerk?