Sehen, wie viel Arbeit dahinter steckt

Am Tag der Tag der offenen Tür bei der Kreishandwerkerschaft gab’s auch Einblicke ins Bäckerhandwerk. Foto: Heinz Holzbach/Waz FotoPool
Am Tag der Tag der offenen Tür bei der Kreishandwerkerschaft gab’s auch Einblicke ins Bäckerhandwerk. Foto: Heinz Holzbach/Waz FotoPool
Foto: Kleve

Goch.. „Jeder hat das Wetter, das er verdient“, sagte CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Helmut Linssen am Tag des Handwerks, der jetzt am Wochenende in Goch gefeiert wurde.

Und passend zu strahlendem Sonnenschein präsentierten sich am Samstag dann elf Handwerksinnungen unter dem Motto „Handwerk im Wandel der Zeiten“.

Enno Ordmann, Bäckermeister aus Dinslaken, präsentiert zu dem Anlass das „Nieder Rheiner“, ein Brot, das extra für den Tag des Handwerk gebacken wurde. „Die Tradition von früher soll neu aufleben“, findet er. Und: „Die Kunden müssen wissen, dass es von Bedeutung ist, sich bewusst zu ernähren.“ Deshalb stehen an seinem Stand auch verschiedene Körbe, mit Körnern gefüllt. „Viele wissen auch nicht, wie z.B. Dinkelschrot aussieht“, so Ordmann.

Große Bedeutung des Handwerks im Kreis Kleve

„Wenn es das Handwerk nicht gäbe, würden wir heute wahrscheinlich ohne Kleidung rumlaufen“, erklärt Achim Zirwes, Geschäftsführer der Kreishandwerkschaft Kleve. „Die Bevölkerung soll hier sehen, welche breite Palette des Handwerks es gibt“, meint er weiter.

Auch wenn die Leute das Handwerk scheinbar (noch) nicht zu würdigen wissen: Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. So hat das Kreis Klever Handwerk knapp 19 000 Beschäftigte und 1600 Auszubildende. Nicht umsonst spricht die stellvertretende Landrätin Hubertina Croonenbroek von der „Wirtschaftsmacht von nebenan“.

„Das Handwerk strahlt aus, auch in weite Kreise unsere Nachbarschaft“, findet Dr. Barbara Hendricks. Die Bundestagsabgeordnete ist gerade erst aus Berlin gekommen und erzählt, dass sie am Alexanderplatz schon die überdimensionalen Daumen gesehen hat. Dort unter dem Motto: „Daumen hoch für das Handwerk.“ Und: „Die Sorge um die erneuerbaren Energien hat das Handwerk vorangetrieben“, meint Hendricks.

Auch bei der Grillhütte, die von Auszubildenden errichtet wird (NRZ berichtete) geht es voran: Von den 2560 Steinen wurden vor den Augen der Zuschauer schon einige vermauert. Theo Beyl von der Baugewerbeinnung erklärt die Schwierigkeit für seine Schützlinge: „Die Steine sind so hart, dass sie kein Wasser ziehen.“

„Meist sehen die Leute nur die fertigen Produkte und sehen nicht, wie viele Stunden Arbeit dahinter stecken“, so der Obermeister der Innung für Metallhandwerk Johannes Flinterhoff.

Christoph Besser (14) aus Wesel will später mal in den Elektronikbereich und findet es interessant, sich an verschiedenen Ständen informieren zu können. „Hier sind selbst Auszubildende da. Die Jugendlichen begegnen sich dann auf Augenhöhe“, meint auch seine Mutter Gabi.

„Das Handwerk braucht Werbung ohne Ende. Wir finden kaum Fachkräfte“, so Heinz Jentjens von der Kreishandwerkschaft, der Interessierten auch Adressen für Ausbildungsbetriebe vermittelt – über Christoph Besser wird er sich dann wohl freuen.