Schule auf dem Prüfstand
02.11.2009 | 20:30 Uhr 2009-11-02T20:30:00+0100Kleve. Die starre Schulstruktur werde der Individualität der Kinder nicht gerecht. Findet der Klever CDU-Politiker Jörg Cosar. Er träumt von einer parteiunabhängigen Diskussion. Im Interesse und zum Wohl der Kinder. Darum nerven ihn kontroverse Debatten wie die zur Gesamtschule im Klever Rat.
„Weil das Thema nichts mit Politik zu tun hat, sondern mit Eltern und mit Kindern. Das Thema in ein ideologisches Loch zu bringen, macht es nur kaputt”, attestiert der CDU-Politiker.
Grundsätzlich steht er der Initiative auf Gründung einer Gesamtschule positiv gegenüber. Er will sich allerdings nicht festlegen lassen, ob er dafür oder dagegen ist. Denn dafür gebe es zuviele Punkte, die bedacht werden müssten.
Wenn in Kleve eine Gesamtschule gegründet werde, könnte das den Bestand der existierenden Hauptschulen sowohl in Kleve als auch in Kranenburg und Bedburg-Hau gefährden, befürchtet Jörg Cosar: „Dann wird jedes Elternteil, das sich um die Bildung seiner Kinder kümmert, versuchen, sein Kind an der Gesamtschule anzumelden. Und dann werden die Hauptschulen zu absoluten Restschulen degradiert”.
Kleve sei in der glücklichen Lage, ein gutes Schulsystem zu haben. Die Stadt habe erkannt, dass Bildung und Ausbildung höchste Priorität haben und investiere in Renovierung und Ganztagsausbau.
„Wenn wir parteiübergreifend der Meinung sind, dass die Gesamtschule die beste Lösung ist, dann ist sie es”, betont Cosar. Sie dürfe allerdings keine Konkurrenz zum gut funktionierenden Schulsystem sein. Er bringt einen weiteren Gedanken ins Spiel: „Meiner Meinung nach wird die starre Schulstruktur der Individualität unserer Kinder nicht gerecht”. Und die frühzeitige Zuweisung auf die jeweiligen Schulsysteme, zu denen auch die Gesamtschule gehöre, werde vielen Kindern nicht gerecht: „Es ist auch nicht hinnehmbar, dass immer noch der Sozialstatus bei der Zuweisung eine erhebliche Rolle spielt”. Derzeit seien die Kinder durch Festlegungen der Eltern und der Grundschulen fremdbestimmt: „Sie sollten mit entscheiden können. Das geht erst, wenn sie 12 oder 13 Jahre alt sind.” Darum sollte ernsthaft geprüft werden, inwiefern eine Ausweitung der gemeinsamen Lernzeit auf sechs oder sieben Jahre die Situation verbessern könne.
Für Kleve hat er konkret folgenden Vorschlag: Der Bedarf für eine Gesamtschule solle wie geplant ermittelt werden. Völlig unabhängig davon sollte im Schulausschuss über die Philosophie der Schulformen diskutiert werden. Wobei der von der SPD gewollte Zeitrahmen für ihn völlig unseriös erscheint. Vor dem Hintergrund, dass das Johanna-Sebus-Gymnasium 2013 frei wird, schlägt Cosar folgendes vor: „Mit den Nachbarkommunen Kranenburg und Bedburg-Hau seriös durchdacht in Ruhe überlegen, welche Schulform angebracht ist”. Damit könne man für Kleve vielleicht etwas völlig Innovatives und Zukunftsfähiges schaffen.
17:43
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
16:11
Wie steht denn die Linkspartei zu diesem Thema.
Was sagt Axel Duchac (Mitglied im Stadtrat Kleve) oder Bernd Nellissen (Mitglied im Kreistag Kleve) zu diesem höchstinteressanten Thema.
Oder ist die Linkspartei auch in dieser Frage zerstritten. Siehe dazu hier:
http://www.dielinke-kreiskleve.de/aktuelles/index.html