Schrumpfkurs für Gärtnerweg-Kita

Die Kita am Gocher Gärtnerweg der Martin-Franz-Stiftung hat derzeit noch vier Gruppen, eine davon nur für Über-Dreijährige.
Die Kita am Gocher Gärtnerweg der Martin-Franz-Stiftung hat derzeit noch vier Gruppen, eine davon nur für Über-Dreijährige.
Foto: Anne Wohland
Was wir bereits wissen
Fällt die vierte Kita-Gruppe in Goch am Gärtnerweg weg, verdrängen künftig gesetzlich geregelte U3-Zuwächse weitere Über-Dreijährige – rein rechnerisch sagt der Elternrat

Goch..  Fünf Kita-Gruppen gab es bis letztes Jahr noch in der Gärtnerweg-Kita der Martin-Franz-Stiftung. Doch zum August 2014 musste die fünfte Gruppe schließen – zig Jahre galt sie als „Notgruppe“, fing also größere Nachfrage nach Betreuungsplätzen in Goch auf, wobei die Räumlichkeiten nie den sich verändernden Richtlinien angepasst wurden. Es wurde nicht angebaut, zu wenig Platz, Gruppe zu.

Nun steht die nächste Gruppe, Nummero 4, in der Debatte und könnte zum August geschlossen werden (wie berichtet). Auch hier geht es um fehlenden Platz (Neben- und Ruheraum), weshalb das zuständige Landesjugendamt eben seinerzeit rechtzeitig ankündigte, nur noch für ein allerletztes Jahr (bis August 2015) eine Sondergenehmigung zu erteilen – wenn sich nichts ändert. Dafür wäre eben der 180 000 Euro Anbau nötig, für den sich die Stiftung in der Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses stark machte. Der planende Architekt hat für den Kostenvoranschlag des Anbaus noch kein Geld gesehen – erst mit dem Bau wird diese Arbeit vergütet.

Was seit Dienstagabend wahrscheinlich(er) geworden ist: Der Elternrat der Kita lud Lokalpolitiker alle Fraktionen an den Gärtnerweg ein. Sie erschienen zahlreich, sagt Elternratsmitglied Peter Fink. Und gibt sich hoffnungsvoll (schließlich stehe der Bedarf für den Ausbau aufgrund der fehlenden Plätze nun fest). Alle Zuhörenden seien „ehrlich interessiert“ gewesen als die Eltern die Fakten zum Anbau noch einmal vortrugen und die Abwärtsspirale skizzierten, falls der Anbau nicht kommt und die vierte Kita-Gruppe geschlossen werden müsste.

Denn das könnte „rechnerisch“, so Fink, eine Kündigungswelle für Über-Dreijährige zur Folge haben. Im Zuge des U3-Ausbaus hätte man für drei Gruppen entsprechende Fördermittel beantragt – die aber für 20 Jahre daran binden, „pro U3-Gruppe jedes Jahr sechs U-Kinder (2 Jahre) aufzunehmen“.

Es müssten also stets pro vollbesetzter Gruppe sechs Kinder raus – weil sie eingeschult oder anders betreut werden. Bisher konnte man mit der reinen Ü3-Gruppe, die vierte Gruppe, die Situation ausgleichen, wenn nicht sechs auf einmal gingen. „Wir brauchen die vierte Gruppe (Regelgruppe ohne U3-Kinder) mit einer Gruppenstärke von 24 Kindern, um diese Kinder aus jeder der drei U3-Gruppen aufzufangen“, erklärt Fink. Zwar gebe es Überhangsregelungen oder Wegzüge, „aber nicht in jedem Jahr und nicht in der Menge. Ein paar Kinder müssten immer gehen.Welche Eltern melden ihr Kind mit zwei Jahren im Kindergarten an, damit es ab drei Jahren jedes Jahr in die Kündigungslotterie kommt?“