„Schritt in die richtige Richtung“

Die Gocher Stadtwerke übernehmen das Netz von RWE.
Die Gocher Stadtwerke übernehmen das Netz von RWE.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Die Stadtwerke Goch übernehmen das Stromnetz in den Gocher Ortsteilen. Ein Kooperationsvertrag zwischen RWE und Stadtwerken wurde geschlossen

Goch..  Die Stadtwerke Goch haben mit Beginn des neuen Jahres das Stromnetz in allen Gocher Ortsteilen übernommen. Von nun an sind die Stadtwerke neben dem innerstädtischen Bereich auch zuständig für Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm, Kessel, Nierswalde und Pfalzdorf. Bislang war das Netz im Besitz der RWE. Die Grundlage für diese Veränderung war die Ausschreibung der entsprechenden Konzession (Genehmigung) nach Ablauf des Vertrages. Sowohl Stadtwerke wie auch RWE hatten sich um einen Vertragsabschluss beworben. Bereits im Mai 2013 hatte der Gocher Rat jedoch den Stadtwerken den Zuschlag geben.

Was folgte war ein anderthalbjähriger Verhandlungsmarathon mit den RWE. Das fast einen halben Meter dicke Vertragswerk, das Stadtwerke-Geschäftsführer Carlo Marks jetzt vorlegte, belegt die schwierigen Verhandlungen um Netzeigentum und Kaufpreis. Am Ende beschlossen Stadtwerke und RWE für die branchenübliche Laufzeit von 20 Jahren eine Kooperation und gründeten mit der Stadtwerke Goch Netzwerke GmbH & Co. KG eine neue Gesellschaft, an der die Stadtwerke mit 74,9, die RWE mit 25,1 Prozent beteiligt sind. Die Option auf eine Übernahme der übrigen RWE-Anteile (nach Ablauf des Vertrages 2032) besteht, der Kaufpreis dafür ist bereits jetzt fixiert.

„Die Gründung der neuen Gesellschaft ist für alle Beteiligten die beste Lösung“, erklärt Marks. „Wir können uns sinnvoll ergänzen, können unsere Mitarbeiter weiterhin beschäftigen und erzielen eine Wertschöpfung durch den weiteren Unterhalt der Netze“, ergänzt RWE-Prokurist und Mitgeschäftsführer der neuen GmbH, Rainer Hegmann.

Die Einigung der beiden Stromversorger bzw. Netzbetreiber setzt die 2011/12 begonnene, komplette Neuaufstellung der Stadtwerke fort. „Wir haben uns von Bereichen getrennt, mit Photovoltaik, Biomassekraftwerk oder Blockheizkraftwerken neue Schwerpunkte gesetzt“, so Marks, „den Vertrieb neu aufgestellt, Abläufe optimiert.“ Offenbar mit Erfolg: In 2013/14 verzeichnete man einen Kundenzuwachs von 10 Prozent (2200 neue Kunden).

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung“, freut sich der Geschäftsführer. Und auch Bürgermeister Karl-Heinz Otto „ist froh über den Zuschlag für die Stadtwerke“. „Es war unser Ziel, sie stark aufzustellen, schließlich profitiert die Stadt und damit ihre Bürger von positiven Betriebsergebnissen der Stadtwerke.“ Eine vernünftige Versorgung mit Energie sei so langfristig gesichert, so Otto.