„Schön, so bunte Farben!“

Die Mitarbeiter vom Kaufhof machten auch mit.
Die Mitarbeiter vom Kaufhof machten auch mit.
Foto: NRZ Kleve
Was wir bereits wissen
56 Wagen und 21 Fußgruppen und Spielmannszüge zogen duch Kleve. Auch die Jecken am Straßenrand hatten sich kreativ herausgeputzt

Kleve..  Welch eine Stimmung auf den Straßen. Kleve feierte ausgelassen den sonnigen Rosenmontagszug. Nach schöner Sitte fuhren alle Wagen beim Aufstellen in Kellen am Prinzen vorbei, dass er auch sehen konnte, welche Kreativität sie in den Wagenbau gelegt hatten. 56 Wagen und 21 Fußgruppen und zwei Spielmannszüge rollten die Stadt hoch.

Herausragend waren die bunten „Freiluftballone“ der „Wölfepower“ aus Griethausen – jedem Jeck ein eigener: „Heute heben wir ab“ riefen sie in die Menge. Keekener brauchen kein Dschungelcamp: „Ich bin ein Narr, lass mich hier drauf“ schunkelten sie oben auf dem Wagen. Als Wikinger zogen die „Hau’se Jongens“ an Steinzeitmenschen und Mammut aus Groesbeek (De Knolle Goar“) vorbei. Über Mikrofon rief ein Wikinger: „Das ist unser Straßenkarneval. Schöner kann es nicht sein!“

Die Brejpott-Quaker spiegelten ein Politikum (Lärm-Beschwerden): Graue Herren starteten da den „großen Lauschangriff“ auf ein tanzendes Frosch-Paar am Schützenhaus in Kellen: „Dat moj gehört hämme“.

Die CKJ Nütterden holten als „Eiskönigin“ den Winter her, den es „wohl bald nur noch im Märchen“ gibt.

Auch am Wegesrand hatten sich die Jecken viel einfallen lassen. Helen wurde großartig als Astronautin verkleidet, mit Ballon-Helm und Luft-Schlauch. Die kleine Paula vertraute dem plötzlich bärtigen Papa Merlin. Auf Stelzen nahm Julian Boßmann (15) aus Rindern nach zwei Tagen Übung souverän die Klever Steigung. Vampire mit gruseligen Kontaktlinsen in den Augen trauten sich aus Donsbrüggen in die Sonne von Kleve. In Zivil standen zwei Männer aus Nigeria am Straßenrand. Was sie von dem Treiben halten? „Schön, so bunte Farben!“

„Wir steigern das Bruttosozialprodukt“ tönte es vom Wagen der „Spoy Heroes“ herab – und Vize-bürgermeister Josef Gietemann hatte sich mit Ohrstöpseln ausgerüstet.

Der Zug sollte diesmal nicht wieder laut wie die „Love parade“ sein, hatte das Klever Rosenmontagskomitee (KRK) vorgegeben. Techno-Musik schrecke vor allem Familien mit Kindern ab. Man hatte gemessen: „Manche Düsenjets waren dabei. Seit dem Vorjahr wird es aber deutlich besser“, freut sich Michael Hoenselaar vom KRK. Auch die Niederländer, die viele Wagen beisteuerten, „wurden gebeten, karnevalistischer aufzutreten“.

Die Teilnahmebedingungen werden immer schärfer und für die Wagenbauer immer teurer: zwei Begleitpersonen pro Achse Fahrzeug, Feuerlöscher an Bord, neuerdings auch TÜV-Abnahme und neue Bremsanlagen für die „Personenbeförderungswagen“. Aber der TÜV kam allen entgegen, dankt Hoenselaar.