Schnee verdarb am Samstag die Kauflaune

Kleve versank am Samstag im Schnee.
Kleve versank am Samstag im Schnee.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Kleve versank am Samstag im Schnee. Nur wenige Passanten unterwegs. Der Umtausch von Geschenken hielt sich in Grenzen. Viel Sonne am verkaufsoffenen Sonntag änderte das

Kleve..  Der Schnee war gemeldet, und der Schnee fiel. Am frühen Samstagmorgen legte sich eine dichte, weiße Schneedecke über Kleve. Zur Freude der Kleinen: Überall am Straßenrand sah man Kinder Schneemänner bauen und Schlitten herumziehen – oder noch besser: auf Schlitten sitzen, die ihre Eltern ziehen mussten.

Die Innenstadt war dabei nicht gerade das Ziel der Wahl. Um die Mittagszeit: gähnende Leere. Üblicherweise hat man Probleme, auf Anhieb einen Parkplatz zu finden. Jetzt sind die Parkplätze nicht das Problem. Eher sind es die Straßenverhältnisse. Und offenbar stellen sich die Klever auch nicht ganz so schnell auf die veränderten Witterungsverhältnisse ein. Ein Auto fährt die Hagsche Straße hinauf, bleibt aber stecken. Ein anderes Auto fährt die Straße hinunter, bleibt ein paar Zentimeter vor dem steckengebliebenen Auto stehen. Der Fahrer springt heraus und beschimpft den anderen. Die Halbwertzeit der Weihnachtsbotschaft ist offenbar nicht sehr groß. Autos, die die Stadt hinauf wollen, deren Reifen aber durchdrehen, sieht man übrigens immer wieder.

Vor einem Geschäft in der Großen Straße steht eine Verkäuferin und raucht eine Zigarette. „Ich will nach Hause“, sagt sie. Einige vermummte Gestalten kämpfen sich durch die Schneeflocken. So leer die Geschäfte sind, so gut besucht sind die Cafés. Was treibt die Leute auf die Straße? „Geburtstagsgeschenke kaufen“, sagt eine Familie im Kaufhof. Haben hier schon viele Leute ihre Weihnachtsgeschenke umgetauscht? „Das hält sich in Grenzen“, sagt Frau Hillen vom Kaufhof. „Es sind ja auch nur wenige Leute unterwegs.“ Bei der Buchhandlung Hintzen gab es noch überhaupt keinen Umtausch. „Gute Beratung ist alles“, meint die Buchhändlerin Frau Lange schmunzelnd.

Henk Hop ist Inhaber des Käseladens in der Großen Straße. Er wohnt hinter Utrecht. Zweieinhalb Stunden hat er am Samstagmorgen gebraucht, um nach Kleve zu kommen. „Bei uns war nicht viel Schnee, aber je näher ich Kleve kam, umso mehr wurde es“, berichtet er. Die Tatsache, dass nicht so viele Kunden kommen, nutzt er, um die Theke neu herzurichten. Die älteren Leute blieben weg. „Die kommen häufig auch, um mit mir ein bisschen zu reden“, erklärt er. „Wir machen hier ja auch soziale Kontakte.“ Vor allem aber bleiben die Niederländer weg. Das berichten Frau Hillen und Henk Hop übereinstimmend.

Viele Niederländer haben keine Winterreifen, und mit Sommerreifen ist nicht nur das Fahren schwierig. Da kann man auch Probleme mit der Polizei bekommen. Henk Hop zeigt nach draußen, wo nur wenige Passanten vorbeilaufen. „So wird es immer sein, wenn die Maut eingeführt wird“, fürchtet er. „Für Grenzgänger wäre das verheerend. Und für die Klever Einzelhändler auch.“