Schlichtweg kein Interesse
06.08.2010 | 18:37 Uhr 2010-08-06T18:37:00+0200
Goch.Dieser Abend war das Paradebeispiel dafür, wie die Eigentümergemeinschaft der Wohnblöcke an der Melatenstraße in Goch funktioniert: gar nicht.
Fünf Wohnungsinhaber nebst Hausverwalter brachten es mit Vollmachten und Mehrfach-Eigentum am Donnerstagabend im Sporthotel de Poort gerade mal dazu, 18 der 60 Wohneinheiten zu vertreten. Bedeutet: „Wir sind nicht beschlussfähig“, womit Hausverwalter Peter Schulte aus Schermbeck unmittelbar nach Sitzungseröffnung auch gleich wieder das Ende verkünden musste. Und damit einmal mehr nichts zur Zukunft der vom Zerfall bedrohten Häuser entschieden werden konnte (NRZ berichtete mehrfach).
Die Moral ist das Problem
„Die Moral der Eigentümer ist das Problem“, so Schulte, „zwei von ihnen zahlen lediglich noch, ein verschwindend geringer Anteil lässt sich auf den Versammlungen sehen – wie sollen wir da voran kommen?“ Das fragten sich die wenigen Anwesenden auch. „Man kann für dieses Objekt ja keine Miete mehr verlangen“, sagte eine Eigentümerin aus Essen. Vor zwölf Jahren hatten sie und andere Käufer noch eine ordentliche Summe für die Etagenwohnungen auf den Tisch gelegt. Als Altersvorsorge oder Geldanlage gedacht, kam plötzlich ein merkwürdiges Verhalten der inzwischen knapp 40-köpfigen Eigentümergemeinschaft ins Rollen.
Menschen, denen gleich mehrere Wohnungen in einem der drei Blöcke gehören, sind ihren Zahlungen an die Gemeinschaft nicht mehr nachgekommen. Diese rutschte damit immer weiter in den Sumpf, so dass irgendwann auch alle anderen nicht mehr eingesehen haben, ihren Zahlungen Folge zu leisten. Die Schulden, unter anderem bei der Stadt Goch, häuften sich, irgendwann gab’s kein Öl mehr für die Heizung, dann war der Kessel so alt, dass er nicht mehr in Betrieb genommen werden durfte und nie war Geld da… „Eine Eigentümergemeinschaft ist nicht insolvenzfähig“, so Schulte, „letztlich haftet jeder für sich.“ Etliche Mahnverfahren und Zwangsversteigerungen sind dort bereits an der Tagesordnung (gewesen), „da beißt sich die Katze in den Schwanz“, konnte der Hausverwalter nur kopfschüttelnd kommentieren.
Niederländische Firma zahlt Strom und Wasser
Aktuell hat eine niederländische Firma die Kosten für Wasser und Strom in den Häusern übernommen, nachdem diverse Schreiben der Gocher Stadtwerke auf Zahlungsrückstände und das mögliche Einstellen der Stromversorgung hingewiesen hatte. Wie es möglich sein kann, dass ein unbekanntes Unternehmen ohne Zustimmung der Eigentümerversammlung diese Kosten übernimmt, konnten sich die Anwesenden nicht erklären. Vor allem nicht, warum diese Firma das macht. Nur eines ist sicher: Die Situation ist total verfahren. Denn: „Diese Wohnungen kauft uns ja niemand ab“, so eine Eigentümerin. Sie wünschen sich einen Investor, der das gesamte Areal übernimmt – doch dazu müssten erst einmal alle Wohnungsinhaber zustimmen.
20:00
Bist offenbar selber einer aus der Melatenstraße. Na ja, dass sagt alles.
08:18
Ach so, KKlaus! Klingt logisch ... na denn... :-(
... keinen Kopf machen, also?
20:53
Diese Gegend ist eine Gefahr für die Sicherheit und Ordnung in der Stadt. Diese Gefahren gehen von den Bewohnern selber aus, aber auch von gefährlichen Baumängeln an den Häusern und den hygienischen Zuständen. Damit sollte eine Handhabe für ein Enteignungsverfahren gegeben sein. Also: Enteignen, plattmachen und neu aufbauen. Um das Volks das dort wohnt sollte man sich keinen Kopf machen. Unter jeder Brücke ists gemütlicher als in diesen Drecklöchern, zu denen die Bewohner diese Wohnungen übrigens selber gemacht haben.