Schleuse Brienen kostet Millionen

Die Schleuse in Brienen muss umfangreich saniert werden.
Die Schleuse in Brienen muss umfangreich saniert werden.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Das Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg hat die Sanierungskosten ermittelt

Kleve..  Für die Sanierung der Schleuse in Brienen liegen dem Wasser- und Schifffahrtsamt in Duisburg nun mehrere Kalkulationen vor. Fachbereichsleiter Erich Wiecher bestätigte der NRZ, dass man über die Konzeptionen mit dem Bundesverkehrsministerium sprechen wird. Nach NRZ-Informationen sind Sanierungskosten in Höhe von bis 16 Millionen Euro im Gespräch. Eine genaue Zahl wollte Wiecher nicht nennen, sagte aber: „Ob es am Ende zwölf oder 16 Millionen Euro sind, können wir jetzt noch nicht sagen.“

Eine Sanierung der Schleuse wird aber in jedem Fall sehr kostspielig. Erich Wiecher verdeutlichte, dass die Anlage 100 Jahre alt sei und viele Dinge erneuert werden müssten, wenn man den Betrieb dauerhaft aufrecht halten möchte. Die Antriebstechnik sei veraltet, die Steuerungstechnik müsste erneuert werden und auch die Betonarbeiten des monumentalen Bauwerkes müssten angegangen werden. Zwar könnten die alten Schleusenwände noch stehen bleiben, „aber alles andere drum herum muss im Kern saniert werden“, so Wiecher.

Entscheidung folgt bald

Offiziell sind die Prüfungen für das Wasser- und Schifffahrtsamt noch nicht abgeschlossen. Die statischen Berechnungen müssten noch statistisch ausgewertet werden. Wiecher geht aber davon aus, dass man noch in diesem Jahr eine Entscheidung treffen werde, wie mit der Schleuse zu verfahren ist. „In den nächsten Monaten sollte man Klarheit haben, wie es jetzt weiter geht“, so Wiecher. Das Bundesverkehrsministerium werde bei der Entscheidungsfindung ein gewichtiges Wort mitreden.

Ziel des Bundes sei es nach wie vor, die Schleuse in eine andere Trägerschaft zu überführen. „Und dazu zählt auch der Spoykanal“, so Wiecher. Kosten für Betrieb und Unterhaltung wären dann nicht mehr Angelegenheit des Bundes. Der Griethauser Altrhein bleibe vorerst eine Bundeswasserstraße, so Wiecher.

Kleves Kämmerer Willibrord Haas verfügt noch nicht über konkrete Zahlen. Vor Weihnachten habe man das Schifffahrtsamt angeschrieben und um eine schriftliche Stellungnahme der Prüfungen gebeten. Sollten die Schleuse und der Spoykanal als Bundeswasserstraße zu einer unbedeutenderen regionalen Wasserstraße herab gestuft werden, müsse man über die Folgen diskutieren. Haas betont, dass nicht nur die Stadt Kleve als Eigentümer in Frage komme, sondern auch mit Land, Kreis und Deichverband geredet werden müsse. „Wir müssen dann schauen, wer bereit ist, sich einzubringen und wer welchen Nutzen von der Schleuse hat.“ Eine komplette Schließung der Schleuse komme für die Stadt aktuell nicht infrage: „Wir diskutieren ja gerade über Lösungen“, so Haas. Sowohl der Kermisdahl als auch der Spoykanal hätten für Kleve eine große Bedeutung.