„Safari-Kids“ nehmen ab
06.07.2011 | 16:43 Uhr 2011-07-06T16:43:00+0200
Kleve / Bedburg-Hau.Wenn Pfunde purzeln, nehmen Selbstbewusstsein und Leistungsfähigkeit in der Schule wieder zu. Dieses Ziel verfolgt die Familienbildungsstätte mit ihrem Angebot.
Die Eltern erkennen es oft nicht, dass ihr „Moppelchen“ längst massiv übergewichtig ist. Meist ist es der Arzt, der die Familien dann zur Familienbildungsstätte schickt zu den Abnehmprogrammen. Mit Diät hat das nichts zu tun, sondern mit dem Bewusstmachen, dass es durchaus mal ‘ne Pommes sein darf, nur eben nicht vier mal die Woche, durchaus mal Süßes, nur nicht in Massen, sondern in Maßen.
Nicht in Massen, sondern in Maßen
Die Familienbildungsstätte passt sich mit ihrem Angebot der „heutigen Zeit an“, sagt Geschäftsführer Gerald Bestier. Ein neues Angebot für Acht- bis 13-Jährige ab 12. September heißt „Safarikids“ und dauert nur ein Schul-Halbjahr lang (das bisherige „Obelix-Programm“ sei über ein Jahr Dauer als Klotz empfunden worden.) Noch kürzer aber geht nicht. „Verhalten ändern braucht Zeit“, sagt Ernährungsberaterin Astrid van Os.
Die wichtigen Elemente auf der „Safari“ sind Ernährung und Bewegung. In van Os’ Fachgebiet geht es darum, das richtige Maß zu finden und Obst und Gemüse in den Speiseplan aufzunehmen – was viele bisher nicht taten.
„Eltern müssen mitziehen, sonst können Kinder nichts erreichen“, sagt van Os. Häufig sei Übergewicht auch bei den Eltern ein Problem. Und es ist ein schöner Effekt, wenn durch die Umstellung der Essgewohnheiten gleich die ganze Familie Pfunde verliert.
Leider fänden die Kinder oft erst in solche Kruse, wenn sie auffallend rund geworden sind. „Mit zehn Jahren zehn Kilo abnehmen, das ist schrecklich“, sagt van Os. Drei Kilo abnehmen, das wäre locker zu schaffen. (Im vorherigen Jahresprogramm hatte ein Drittel der Kinder sehr deutlich abgenommen, die Hälfte zumindest einen Stillstand erreicht.)
Mit zunehmendem Gewicht sinken oft Selbstbewusstsein und Leistungsfähigkeit in der Schule. Beides steigt aber wieder, wenn die Pfunde purzeln.
Gesund essen an zwölf Terminen
Gesund essen wird an zwölf Terminen (montags 16.30-18 Uhr) den Kindern schmackhaft gemacht – denn Geschmack ist Gewöhnungssache. Bewegung mit Spaß üben die Kids an zwölf Terminen in der Turnhalle Bedburg-Hau (mittwochs 16-17 Uhr). Hier stehen sie nicht wie im Schulsport hinten an, sondern neben Gleichgesinnten, um mit Ausdauer langfristig Kalorien zu verbrennen. Sieben Elternabende voll Einkaufstipps und Erfahrungsaustausch stützen das große Ziel.
Im Kindergarten waren die meisten noch schlank, Gewichtsprobleme entwickeln sich in der Grundschulzeit. Deshalb sei das Kursalter im Wachstum, 4. und 5. Schuljahr ,perfekt für die “Safari-Kids“. „Safari steht für selbstbewusst, aktiv, fit, ausgeglichen, robust, integriert“, weiß Volker Dorissen von der DAK. „Seine“ Krankenkasse hat dieses Programm entwickelt. Für Walter Schwaya von der DAK kein Problem, trotzdem den Zuschuss zu zahlen: 75 Euro für den Bereich Ernährungsberatung übernehmen die meisten Krankenkassen voll. Auch, um Kosten für die Folgekrankheiten von Übergewicht – Diabetes, Herzerkrankung, Schlaganfall – zu vermeiden. Allein die Turnstunden einer Dozentin (75 €) müssen die Eltern selbst zahlen, weil Krankenkassen nur für eine Diplomsportlehrerin zahlen würden.
Infoabend
Infoabend für die Eltern von „Safarikids“: Montag, 11. Juli, 17 bis 18 Uhr in der fbs, Regenbogen 4-6 in Kleve.
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