Sachschaden fünfstellig hoch

Das Wasser hat zwar nur die Decke des Cafés Live beschädigt, aber ausgerechnet über der Theke, zeigt Tim Verfondern.
Das Wasser hat zwar nur die Decke des Cafés Live beschädigt, aber ausgerechnet über der Theke, zeigt Tim Verfondern.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Nach dem Feuer im Studentenwohnheim fanden alle Betroffenen eine vorübergehende Unterkunft. Aber das Café Live im Erdgeschoss muss bis nach Karneval schließen

Kleve..  Die Polizei schätzt, dass nach dem Feuer in der Obergeschoss-Wohnung im Studentenwohnheim Hafenstraße der Sachschaden im hohen fünfstelligen Bereich liegen wird. Der neutrale Sachverständige, den die Staatsanwaltschaft beauftragte, begann gestern Nachmittag mit der Ermittlung der Brandursache. Je nachdem, wie kompliziert die Sachlage ist, kann er möglicherweise schon heute sein Gutachten abgeben.

Im Erdgeschoss des Brandhauses am Kreisverkehr vor dem Minoritenplatz wird das Café Live mindestens eine Woche geschlossen bleiben müssen. Die ganzen Karnevalstage hindurch und „vermutlich auch noch die Woche danach“, ahnt Pächter Tim Verfondern. Man müsse ja erst mal Elektriker und Tischler finden, die rund um Karneval Zeit haben. Ausfallen muss auch die Studentenfete „Pub Crawl“, für die ein DJ engagiert war. Genau über der Theke ist ein Stück Decke runter gekommen. Das Löschwasser hat Akustik-Faserplatten und Dämmisolierung durchtränkt. Mehrere kleine Eimer auf dem Boden fingen die Rinnsale auf. Aber die Theke ist wohl hin. Hygienisch lasse sich hier vorerst jedenfalls kein Bier zapfen.

Auch die Polstersitze müssen wohl ersetzt werden. Der Brandgeruch schwebt über allem. Jetzt gehörten Roasted Beef und Flammkuchen auf die Speisekarte, versucht es Tim Verfondern mit Galgenhumor.

Der Rauch hatte sich in die Lungen von Aleksandar Doycher gesetzt. Der algerische Student – Fach Internationales Steuerrecht – war Mittwochnachmittag zwei Stunden im Krankenhaus durchgecheckt worden. Aber nun gehe es ihm wieder einigermaßen gut, versichert er gestern der NRZ.

Zwei Etagen über dem Café Live und zwei Etagen genau unter dem Brandort hat Sonja Frohnhöfer „einen Schutzengel gehabt“, findet sie. Ihrer Wohnung ist kein Schaden anzusehen. Als sie um 22 Uhr nach Hause kam, hatte die Bayerin das Schlimmste befürchtet. Nichts passiert. Auch der Computer, in dem ihre Bachelorarbeit – „Alternativer Tourismus“ – steckt, blieb unbeschadet. „Nur die Balkontür stand auf. Es ist wohl jemand hier drin gewesen,“ erzählt sie. Die Feuerwehr vermutlich, um nach dem Rechten zu sehen. Den heftigen Brandgeruch hat die Studentin noch gleich am Abend sehr erfolgreich mit Duftkerzen bekämpft.

Die Folgen des Feuers für die Wohnungsnachbarn seien zum Glück begrenzt, sagt die Sprecherin des Studentenwerks Düsseldorf, Kerstin Münzer. Das Studentenwerk hat dieses Haus an der Hafenstraße für möblierte Studentenwohnungen gemietet.

Ausweichmöglichkeit

„Ein paar Wohnungen sind wohl nicht bezugsfähig. Aber wir haben für alle Studierenden Ausweichmöglichkeiten gefunden“, so Münzer. Für wie lange, sei noch nicht abzusehen. Anfang nächster Woche wisse man mehr. „Wir kümmern uns. Das ist selbstverständlich.“ Gerade in Kleve und Kamp-Lintfort, den Standorten der Hochschule Rhein-Waal, seien die Unterkünfte zwar „extrem ausgebucht“, aber eine Lösung finde sich. „Jeder kann sorglos weiter studieren“, verspricht Kerstin Münzer.