Raum schaffen für den Karneval

Die Miete im Gesellschaftshaus der LVR-Klinik sei so hoch, dass die Bedburg-Hauer Karnevalsvereine sie nicht zahlen können.
Die Miete im Gesellschaftshaus der LVR-Klinik sei so hoch, dass die Bedburg-Hauer Karnevalsvereine sie nicht zahlen können.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wegen nötigen Baumaßnahmen steht das Teamsports Hasselt den fünf Bedburg-Hauer Karnevalsvereinen nicht zur Verfügung. Gespräche mit LVR gewünscht

Bedburg-Hau..  Ein „ausgezeichneter“ Veranstaltungsort sei das Gesellschaftshaus der LVR-Klinik, schwärmt Hermann Seeger. Dorthin wünscht sich der Präsident des KC-Blau-Gelb Schneppenbaum von 1972 zurück. Wegen hoher Mietkosten ist das Gesellschaftshaus für viele der Karnevalssitzungen der fünf Bedburg-Hauer Vereine aktuell kein Sitzungsort. Für einen Abend kommen dort woh mehrere tausend Euro an Miete zusammen, heißt es. „Für Vereine, die rechnen müssen, handelt es sich um einen erheblichen Kostenfaktor“, ordnet Seeger die Mietsituation ein, ohne Zahlen zu nennen.

Alternativen schaffen

Weil zugleich das Teamsports Hasselt kurzfristig im November als Veranstaltungsort komplett für die Session wegfiel, wichen die Jecken Bedburg-Haus in die Mehrzweckhalle in Till aus. In nur drei Tagen richtete man die Tiller Halle für die Proklamation der Tulpenprinzessin her – in Nachtarbeit. Ein großer Kraftakt.

„Wir sind ein klein wenig im Glück, weil die Halle für uns zentral liegt“, sagt Seeger. Doch andere Vereine müssten Zusatzwege überwinden, „und es ist durchaus schwierig alles zu organisieren und ältere Damen und Herren mitzunehmen. Die Situation lässt doch sehr zu wünschen übrig.“

Sein Wunsch steht fest, für alle Vereine: „Es gilt nun wieder Alternativen zu schaffen. Ich wünsche mir, dass die Gemeinde an einer geeigneten Lösung arbeitet und mit dem LVR in Verhandlung tritt.“ Es brauche eine Übereinkunft für ausgewählte Veranstaltungen im Gesellschaftshaus nur eine vergünstigte Miete zu erheben.

Dass die Kommune sparen müsse, dafür habe man „großes Verständnis“ und doch sei die Vermittlung nötig. „Die Situation ist sehr beunruhigend“, sagt Seeger. Es werde finanziell enger für die heimische Brauchtumspflege. Lobende Worte findet er für die Gemeindeförderung der karnevalistischen Jugendarbeit. Trotz der Förderung bleibe aber ein „riesiger Kostenfaktor“ bei den Vereinen, gerade für junge Tanzgarden -- hohe Mietkosten obendrauf seien nicht drin. Über 70 tanzende Jugendliche habe sein Verein, in ganz Bedburg-Hau seien es wohl gut 400.

Vorgaben wurden nicht erfüllt

Dass der Kreis Kleve darauf besteht, dass die Personenzahl für Veranstaltungen im Teamsports Hasselt auf unter 200 Menschen limitiert ist, kritisiert Seeger nicht. Sicherheit gehe vor. Laut Kreissprecherin Ruth Keuken handelt es sich bei dem Großraum nicht um eine „baurechtliche Versammlungsstätte“. Die Vorgaben (Lärmschutz, Brandschutz, Fluchtwege) für größere Events sind dort nicht erfüllt. Es habe entsprechende Briefe mit dem Inhaber gegeben.

Das ist schon lange her, wie auch Seegers weiß, weshalb er sich wohl auch über die kurzfristige Absage im November ärgern könnte.

Die Nachfrage beim Teamsports, ob zur kommenden Session dort wieder jeck gefeiert werden kann, blieb gestern unbeantwortet.