Rat zu Schwangerschaft & Sexualität

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Kleve..  Ungewollt schwanger – wie geht’s jetzt weiter? An wen kann ich mich wenden? In dieser Notsituation finden Frauen und Mädchen Zuflucht bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO). In der Beratungsstelle für Schwangerschaft und Familienplanung geben die Diplom-Pädagogin und Leiterin Nicole Saat, die Sozialpädagogin Milena Wehren und ihre Kolleg/innen Hilfestellung zu Schwangerschaft, Geburt, rechtlichen und finanziellen Fragen.

Auch Schwangerschaftsabbruch ist ein Thema. Die Mitarbeiterinnen beraten bei Schwangerschaftskonflikten durch und stellen die für einen Abbruch erforderliche Bescheinigung aus. Im letzten Jahr dachten 252 Frauen, die in die Beratung kamen, über eine Abtreibung nach, unter ihnen acht minderjährige Schwangere. Der Großteil der betroffenen Frauen war zwischen 22 und 26 Jahren.

Zwei neue Angebote bietet die AWO in diesem Jahr. Frauen, die sich in einer besonderen Notlage befinden, können nun finanzielle Unterstützung von der Bundesstiftung Mutter-Kind beantragen. Diese stellt finanzielle Mittel zur Verfügung, wenn eine Frau die Kosten für Schwangerschaft, Geburt oder Pflege des Kleinkindes alleine nicht stemmen kann und auch nicht auf staatliche Mittel zurückgreifen kann. „Bisher mussten wir diese Frauen weiter verweisen. Nun können wir auch in diesem Punkt beraten“, sagt Nicole Saat.

Neu ist auch die Möglichkeit, vertraulich zu entbinden. Bei einer vertraulichen Geburt wird die Mutter medizinisch betreut, ohne Daten zu ihrer Person preisgeben zu müssen. Sie nennt nur ein Pseudonym und gibt ihr Kind zur Adoption frei. Die Daten der Mutter nimmt die Beratungsstelle auf und versiegelt sie in einem Umschlag. Diesem Umschlag kann die Mutter weitere Informationen oder persönliche Dinge beilegen. Den Umschlag erhält das Jugendamt. Mit 16 Jahren hat das Kind die Möglichkeit, auf diese Weise seine Herkunft zu erfahren.Und die Frau, die sich selbst nicht in der Lage sieht, ihr Kind groß zu ziehen, weiß, dass es ein Zuhause findet. Bis jetzt gab es im Kreis Kleve noch keinen solche vertrauliche Geburt. Doch die Mitarbeiter der AWO sind geschult und können diesem Wunsch nachkommen.

Gespräche in Schulen

Insgesamt erreichte das Angebot der AWO im vorigen Jahr rund 2700 Menschen. Das Team von Nicole Saat berät auch über Familienplanung und Sexualität. Dafür arbeiten Sozialpädagogen und Sozialarbeiter mit Schulen, Kindergärten und Vereinen zusammen. An Schulen ergänzen sie den Biologieunterricht und klären die Schüler auf, sprechen über Verhütung, Sex und Grenzen. Dafür bieten sie zusätzlich Einzelberatung an. „Die Schüler können mit persönlichen Fragen und Problemen zu uns kommen. Das wird sehr gut angenommen“, sagt Nicole Saat.